Repair-Café der Tuwas Genossenschaft in Neukirchen-Vluyn mit Erfolgsbilanz

Horst ManjaNeukirchen-Vluyn. Im April eröffnete die Tuwas Genossenschaft das Repair-Café in Neukirchen-Vluyn. Sein Zweck: Bürgerinnnen und Bürgern der Stadt sollen die Möglichkeit bekommen, defekte Dinge, vom Toaster über die Nachttischlampe bis hin zur Jeans, zu reparieren. Damit - so die Idee - wird sowohl für die Umwelt etwas Sinnvolles getan, wie auch für diejenigen, die sich von einem guten Stück nicht trennen wollen. Oder deren Haushaltskasse eine Neuanschaffung nicht zulässt.
Doch wie sieht nun die Bilanz aus? „Eine Erfolgsstory“, freut sich Horst Manja, Aufsichtsrat der Genossenschaft. „Die Bevölkerung hat uns gut angenommen, wir haben bei vielen Reparaturen mitgewirkt, das Café wird für Geselligkeit gern genutzt. Kurz, wir sind mehr als zufrieden.“

Seine Worte bestätigen an diesem Freitagmorgen, dem 5. August, eine Reihe von Erzählungen. „Wisst ihr noch, die ältere Dame, die die große Schublade vorbeibrachte, die in den Ecken auseinanderging?“ Die Schublade hatte sich leicht reparieren lassen. Aber dann brachte die Dame die eigentlichen Kleinode zum Vorschein: Sorgsam in Taschentüchern eingewickelt zeigte sie zwei wertvolle Engel aus dem Erzgebirge. Der Kopf des einen war abgebrochen, ein Bein des anderen ebenfalls. Die geflügelten Krippenfiguren aus Holz konnten wieder hergestellt werden. Die Freude der älteren Besucherin war riesig. Einem Neukirchen-Vluyner war die Ladestation des Elektrofahrrades kaputt gegangen. Ein neues Gerät sollte 140 Euro kosten, repariert werden konnte es im Fachgeschäft nicht. Mit Hilfe der Fachleute im Repair-Café nahm der stramme Radler die Station nach einem kleinen Löteingriff wieder mit nach Hause.

Nicht nur viele Geschichten haben sich in den fünf Monaten des Bestehens bereits angesammelt. Da an kaputten Dinge Erinnerungen hängen oder auch Ärger darüber verbunden ist, dass neue Geräte so schnell kaputt gehen, entstehen meist ein Gespräch und ein netter Kontakt. Vor allem, da es leckere Brötchen, Kuchen und Kaffee gibt. Manchmal kommen die Neukirchen-Vluyner auch nur zum Klönen zu Besuch, hat Manja beobachtet. Wer mag, kann seinen Dank für eine erfolgreiche Reparatur oder Speis und Trank anonym in der Spendenkasse deutlich machen.
„Wir hatten nicht mit so großer Resonanz gerechnet“, sagt Manja. „Was noch bekannter werden darf ist, dass wir auch Fachleute für Kleidung haben. Es gibt eine Nähmaschine und außerdem kann man Tipps bekommen, wie man aus kaputten Textilien wieder tragfähige Sachen macht, wie man Flicken auf durchgescheuerte Kinderhosen setzt, wie man Hosen kürzt oder enger macht. Und man kann die Arbeiten dort auch gleich unter Anleitung erledigen.“

So gut läuft das Repair-Café, sagt Koordinator Manfred Lemmen, dass bereits an eine Erweiterung gedacht werden muss: „In unserem Team bräuchten wir noch Ehrenamtliche, die sich fachkräftig mit Elektrik und Elektronik auskennen und Lust haben, mitzuarbeiten“, sagt er. „Der Verdienst ist das Zusammensein in einem tollen Team und dass man gemeinsam etwas gegen Verschwendung und Umweltverschmutzung tut.“

Gesucht werden ehrenamtliche Unterstützer, die sich mit Elektrik und Elektronik auskennen

Repair-Café der Tuwas Genossenschaft eG
Die Tuwas Genossenschaft organisiert an jedem 1. Freitag im Monat von 10 Uhr bis 15 Uhr das Neukirchener Repair Café im Projektzimmer, Hochstr. 1m. Interessierte, die mitarbeiten wollen, können sich melden unter der Telefonnummer 02841 9997600 oder per Mail melden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Die Tuwas Genossenschaft eG.
Die gemeinnützige Tuwas Genossenschaft eG wurde im Dezember 2012 gegründet und ist tätig in den Arbeitsbereichen Sozialkaufhaus, Haushaltsauflösungen, Verwertung von Second Hand Waren sowie Beratung, Beschäftigung und Qualifizierung von arbeitslosen Menschen. Weitere Informationen unter www.tuwas-genossenschaft.de

Foto: Tuwas Genossenschaft eG

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