OpenData: Die Daten gehören den Menschen

KRZN-Geschäftsführer Jonas FischerNiederrhein. Transparentere Verwaltungen fördern die Kommunikation und Mitwirkung der Menschen am politischen Prozess. Ein Instrument für mehr Offenheit ist der Einsatz von OpenData-Portalen. Die Möglichkeiten in der Zukunft sind grenzenlos – wenn sie richtig umgesetzt werden.

Wo sind die schönsten Spielplätze am Niederrhein? Wie komme ich zur nächst gelegenen behindertengerechten Toilette? In welchem öffentlichen Gebäude gibt es Defibrillatoren? Diese und noch viel mehr Informationen über den Niederrhein auf einem Blick, in einer App oder grafisch animiert im Internet: Geht es nach dem Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) könnte das in ein paar Jahren Realität werden. Möglich wird das durch den OpenData-Portalserver des KRZN.

Bei OpenData handelt es sich um Datenbestände, die von den Kommunen für die Öffentlichkeit uneingeschränkt zur Nutzung und Weiterverbreitung freigegeben werden. Getreu der Vorgabe an die Verwaltungen, transparenter zu werden. „In Deutschland wird das Thema noch zurückhaltend bewertet, aber das kann sich schnell ändern“, sagt KRZN-Geschäftsführer Jonas Fischer. Vorreiter in Sachen OpenData in der Region ist Moers. Schon seit Anfang 2013 nutzt die niederrheinische Stadt die Möglichkeiten von OpenData und stellt Datensätze der Verwaltung für die Öffentlichkeit auf der Internetseite offenedaten.moers.de zur Verfügung. Gleiches gilt für die Stadt Wesel. Beide nutzen den OpenData-Portalserver des KRZN.

Mit OpenData verbindet sich die Forderung nach freiem Zugang zu aktuellen öffentlichen Daten und Informationen im Internet, die jeder nutzen, zusammenführen und weiterverwenden kann. „Natürlich geht es nur um öffentliche Daten, nicht um persönliche, die den Datenschutz betreffen“, schränkt Fischer ein. „Das Spektrum von OpenData ist so breit wie die Vielzahl der Daten, die die öffentliche Hand erhebt“, erklärt Fischer. Es umfasst unter anderem Daten von Politik und Verwaltung, wie zum Beispiel Zahlen und Fakten des Haushalts, aber auch Daten aus Wissenschaft und Wirtschaft, wissenschaftliche Informationen, Lehrmaterial, Statistiken oder Geodaten, zum Beispiel zur Feststellung der Hochwassergefährdung in bestimmten Regionen.

Fundgrube für App-Entwickler
Einen Haken hat das Thema OpenData allerdings. Es richtet sich in erster Linie an Fachleute. Die bereitgestellten Daten werden in einem maschinenlesbaren Format veröffentlicht. Viele dieser Formate lassen sich auf einem herkömmlichen PC nicht öffnen. Erst findige Entwickler von Internetanwendungen oder Programmierer von Smartphone-Apps können diese Datenformate so aufbereiten, dass die Allgemeinheit davon profitiert. „Die Möglichkeiten sind dann grenzenlos. Zum Beispiel könnte eine App entwickelt werden, die alle Hotels in Nordrhein-Westfalen übersichtlich darstellt.“

Interessant wird es, wenn sich immer mehr Kommunen beteiligen, OpenData nutzen und dadurch eine Vergleichbarkeit der Daten möglich wird. Dann bildet sich eine Grundlage für einen demokratischen Wissensaustausch, mehr Partizipation und eine bessere Kommunikation zwischen Verwaltung, Politik und den Menschen.

Das KRZN ist der erste kommunale IT-Dienstleister, der in die Offensive geht und den eigenen OpenData-Portalserver auch Kommunen außerhalb des Verbandsgebietes anbietet. Das heißt, seit 30. Juli 2015 können auch Nicht-KRZN-Mitglieder das KRZN-System nutzen und profitieren von der technischen Infrastruktur. Für den KRZN ist das selbstverständlich. „Die Daten gehören den Menschen und richtig genutzt, sind sie Gold wert.“

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