Sparsame Ökoreifen - Gefahr für die Sicherheit?

Ein Reifen hat wichtige Aufgaben zu erfüllen - schließlich hängen die Fahreigenschaften maßgeblich von der Qualität und der Beschaffenheit des Pneus ab. Einige Hersteller bieten dabei Reifenmodelle an, die sich durch einen besonders geringen Kraftstoffverbrauch auszeichnen sollen. Doch bei den sogenannten Leichtlauf- oder Ökoreifen müssen längere Bremswege bei Nässe einkalkuliert werden. Ist die Sicherheit in Gefahr?

Rollwiderstand beeinflusst Kraftstoffverbrauch
Auch wenn es kaum sichtbar ist: Beim Fahren wird der Reifen auf seiner Auflagefläche eingedrückt. Dieses Verhalten ist durchaus erwünscht, weil sich das Profil so gut auf dem Asphalt halten kann. Der Reifen bietet also einen optimalen Gripp, hohe Seitenführungskräfte in Kurven und letztlich auch kurze Bremswege. Doch die Stauchung lässt den Rollwiderstand anwachsen und erhöht damit indirekt den Kraftstoffverbrauch. Wie viel Sprit ein Auto bei konstanter Geschwindigkeit in der Ebene benötigt, hängt ausschließlich von den Fahrtwiderständen ab. Der Rollwiderstand besitzt je nach Fahrtgeschwindigkeit einen Anteil von 20 bis 30 Prozent an den Gesamtwiderständen - das Sparpotenzial ist also hoch. Aus diesem Grund sind die Reifenhersteller darum bemüht, besonders leicht abrollende Ökoreifen anzubieten, die ein optimiertes Profil mit hohem Negativanteil und damit geringere Aufstandsfläche aufweisen.

Vor allem eine etwas härtere Gummimischung sorgt für eine weniger starke Verformung, in der Folge nehmen auch Reibung und letztlich der Kraftstoffverbrauch ab. Die Ersparnis soll laut Herstellerangaben bis zu zehn Prozent betragen, die allerdings in der Praxis nur selten erreicht werden. Dennoch sind einige zehntel Liter Kraftstoffersparnis durchaus möglich. Die Kehrseite der Medaille zeigt sich bei heiklen Fahrmanövern auf feuchtem Untergrund: Der geringere Widerstand sorgt für eine schlechtere Haftung, die Seitenführungskräfte schwinden und der Bremsweg verlängert sich deutlich. Letztlich handelt es sich dabei um einen Zielkonflikt, dem alle Hersteller unterliegen. Insgesamt zeigen unabhängige Reifentests aber, dass sich der Griff zum Markenreifen von Goodyear, Michelin, Continental, Vredestein, Dunlop oder Pirelli lohnt - sehr preiswerte No-Name-Produkte zeigen bisweilen kritische Fahreigenschaft und einen hohen Verschleiß, der den Vorteil der geringeren Anschaffungskosten konterkariert. Ein Überblick über aktuelle Sommerreifen-Testsieger mit ebenfalls niedrigem Kraftstoffverbrauch findet sich für Interessierte bei Tirendo.de.

Den optimalen Luftdruck einhalten
Unabhängig vom Reifen ist zudem auch der Innendruck wichtig: Fachleute empfehlen, den Luftdruck bei jeder zweiten Tankfüllung, spätestens aber alle zwei Wochen zu kontrollieren. Dabei sollte der kalte Reifen um 0,2 Bar über dem Druck der Herstellerangabe aufgefüllt werden. Bei zu geringem Luftdruck beginnt der Reifen zu "walken", die Verformung und damit auch der Rollwiderstand nehmen überproportional zu. Für die Sicherheit ist vor allem ein rechtzeitiger Wechsel entscheidend: Der Gesetzgeber schreibt ein Mindestprofil von 1,6 mm vor, doch schon bei unter drei Millimetern beginnen sich die Fahreigenschaften zu verschlechtern. Auch alte Reifen haben nichts auf dem Fahrzeug verloren: Bei sichtbarer Rissbildung sollte unbedingt ein Reifenwechsel durchgeführt werden.

Foto: Petra Bork  / pixelio.de

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