Niederberg: Ist eine Perspektive für den Bereich EMA-Straße noch gegeben?

Neukirchen-Vluyn. In den letzten Monaten hat sich die CDU-Fraktion mehrmals mit der Stärkung und Weiterentwicklung des Einzelhandels beschäftigt. In den letzten Jahren hat sich die Einzelhandelsstruktur nicht nur in Neukirchen-Vluyn erheblich verändert. Aktuell kommen neben dem Internethandel, nunmehr auch für den Lebensmittelbereich Lieferdienste als Konkurrenten auf den Markt. Daher ist es nur verantwortungsvoll, die anstehenden Stadtentwicklungsbeschlüsse unter diesen neuen Rahmenbedingungen zu betrachten. Keinem Bürger unserer Stadt ist es geholfen, wenn z. B. der Ortskern Vluyn das gleiche Schicksal erleidet, wie der Neukirchener Ortskern. Nur wie verhindert man dies?

Darüber haben die Mitglieder der CDU-Fraktion lange debattiert. Im Kern bleibt es dabei: Wir als Politik können nur die Rahmenbedingungen entsprechend anpassen und vorgeben. Endgültig entscheiden am Schluss wir alle als Bürger/Konsumenten durch unser konkretes Einkaufsverhalten. Und wie sieht eine perspektivische Stadtentwicklung aus? Fakt ist, wir brauchen mehr Arbeitsplätze vor Ort und eine Leuchtturmsignalwirkung auf dem ehemaligen Bergswerkgelände. Glücklicherweise hat sich mit dem jetzigen Investor ein Visionär gefunden, der fast über 90% der Vorschläge und Anregungen der CDU-Fraktion in der nunmehr vorgestellten neuen Rahmenplanung aufgenommen hat. Aber es gibt auch einen Pferdefuß. Die angedachte Größe des Nahversorgers mit aktuell 1.200 qm ist ohne negative Auswirkungen vor allem auf Vluyn nicht realisierbar.

Des Weiteren wäre die Perspektive eines zentralen Versorgungsbereiches an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße damit hinfällig. Dies bestätigt auch der Gutachter. Diese Aussichten sind umso bedauerlicher, da wir als CDU-Fraktion uns als Leitziel gesetzt haben, die Nahversorgung auf Niederberg zu ermöglichen, wenn die Verfestigung des Einzelhandelsstandortes Vluyn gesichert, der Wiederaufbau des Standortes Dorf Neukirchen und der Erhalt des Einzelhandelsbereiches auf der Ernst-Moritz-Arndt-Straße als klare strategische Hauptziele geregelt werden können und alle Entscheidungen darauf aufbauen.

Für dieses Ziel scheinen wie leider aktuell keine Mehrheiten zu haben. Aber sollten wir deswegen die Entwicklung bzw. Umsetzung des Creativ-Quartiers verhindern? Diesbzgl. waren sich alle Fraktionsmitglieder einig, dass grundsätzlich die jetzige Rahmenplanung befürwortet wird. Wir haben auch darüber nachgedacht, ob wir die Bürger in einem Ratsbürgerentscheid selbst entscheiden lassen sollten.
Wir als CDU-Fraktion halten die Umsetzung des Creativ-Quartiers auf der Südfläche im Bereich Dicksche Heide / Niederberg auch für das städtebaulich prägendste Projekt, dass unsere Stadt nachhaltig in den nächsten Jahr(en)/-zehnten verändern wird.

Eine Entscheidung der Bürger wäre somit grundsätzlich gerechtfertigt. Aber wir haben dies nicht weiter verfolgt, um keine falschen Signale auszusenden. Die ganze Thematik wollten wir in einem Workshop weiter vertiefen, dies ist uns aber leider aufgrund der Corona-Problematik aktuell nicht möglich. Damit aber eine Entwicklung auf dem Gebiet erfolgen kann, wird sich die CDU-Fraktion bis auf weiteres bei der Thematik enthalten.