Agroparks: Vorsicht vor Gigantismus bei Unterglasflächen

Im Rahmen einer öffentlichen Versammlung der Straelener SPD gab der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Roland Katzy aus Kleve, einen breiten Überblick über die Ergebnisse der SPD-Kreiskonferenz zur Zukunft von Landwirtschaft und Gartenbau im Kreis Kleve. In seinem engagierten Vortrag machte er eine ganze Reihe positiver Anstöße durch die „Netzwerkinitiative Agrobusiness“ deutlich. „Vernetzung von Kompetenzen, Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg, höhere Effizienz durch Gesamtkonzepte, Struktur und Hilfestellungen für notwendige Zukunftsentwicklungen“ nannte Katzy in diesem Zusammenhang. Auf der anderen Seite habe die Konferenz aber auch gezeigt, dass sich viele Stimmen gegen einen „Gigantismus“ im Unterglasbereich und eine Entwicklung zu „industrieller Landwirtschaft“ stemmten. In verschiedenen Gemeinden des Kreises gebe es Widerstand gegen immer größere Ställe und Massenviehhaltung. In Kleve hätten sich gar alle politischen Kräfte gegen einen Agropark in der Ortschaft Reichswalde ausgesprochen.

Im Rahmen der Diskussion unterstrich die Straelener SPD für ihre Stadt das Prinzip einer „Entwicklung mit Augenmaß“. Die Mitglieder konkretisierten ihre Haltung in 6 Leitlinien:
1. Die Entwicklung von Landwirtschaft, Gartenbau und Vermarktung ist ein wichtiger Baustein der Straelener Stadtentwicklung.
2. Die Entwicklung bedarf einer ganzheitlichen Betrachtung. Das bedeutet eine Balance von Ökonomie und Ökologie.
3. Eine besondere Bedeutung kommt in der Konzeption und der öffentichen Diskussion des Agrobusiness dem Komplex „Agroparks“ zu. Die Straelener SPD stellt dazu fest, dass beim Ausbau von Unterglasbetrieben Augenmaß zu wahren ist und in die Bewertung in mindestens gleichem Maße einfließen müssen
- der Erhalt der niederrheinischen Kulturlandschaft
- der Schutz der Umwelt, der Lebensräume von Pflanzen und Tieren
- die Interessen der mittelständischen Betriebe und Familienunternehmen
4. Die laufenden Verfahren zum Landschaftsschutz bei der Bezirksregierung (Kastanienburg) und zur Erstellung des Landschaftsplans beim Kreis Kleve sind zügig zu bearbeiten.
5. Der Schutz von wertvollen Landschaftsbereichen und der Erhalt schützenswerter Bestandteile der Landschaft müssen neben der wirtschaftlichen Entwicklung eine herausragende Bedeutung im Leitbild der Stadt Straelen bekommen.
6. Die Initiative „Agrobusiness“ ist unter diesen Vorgaben aktiv zu begleiten. Wichtige Entscheidungen sind den demokratischen Gremien, dem Rat und den Ausschüssen, vorzubehalten.