FBI: Keine Ghettobildung in Xanten

Xanten. Bis heute ist alles richtig gemacht worden, gute interfraktionelle Absprachen, Besonnenheit in den Entscheidungen, Bürgerversammlungen für jede neue Unterkunft. Das bedeutet, dass nicht alle Bürger mit der Situation zufrieden sind, aber wohl jeder mit ins Boot genommen worden ist. Sicherlich ist es manchmal schwierig gewesen den richtigen Ton zu treffen, da man schnell Angst haben muss, dass gewisse Argumente mit Menschenrechten nicht zu vereinbaren sind. Jedoch ist es gelungen, im Gespräch in der Öffentlichkeit zu bleiben, ohne eine Plattform für Fremdenfeindlichkeit zu bieten. Und so soll es auch bleiben. Natürlich ist jeder von uns unsicher vor dem Fremden, ob es Personen sind oder Erlebnisse. Es ist eine Urreaktion, die uns vor Tausenden von Jahren beschützt hat. Deswegen können wir alle verstehen, dass direkte Anwohner nicht vor Freude an die Decke gehen, wenn sie erfahren, dass in der Nachbarschaft ein Flüchtlingslager eingerichtet wird. Die junge Vergangenheit hat aber gezeigt, dass es keine Gründe gibt, Angst davor zu haben. Valerie petit: "Damit wir in Xanten es probieren und wir eine gute Chance haben, es zu schaffen, müssen die Voraussetzungen die bestmögliche sein. "

Wie steht die FBI zur Aufnahme von Flüchtlingen?
Alle Parteien im Xantener Rat haben beschlossen, die aktuelle Herausforderung bei der Aufnahme von Flüchtlingen gemeinsam zu meistern und nicht für gegenseitige Angriffe und Parteipolitik auf dem Rücken von Hilfsbedürftigen zu nutzen. Eine Übereinkunft, die der FBI besonders leicht gefallen ist, weil sie immer nach der besten Lösung für die Bürger sucht und frei ist von Parteiideologien. Diesen Beschluss, zur Zusammenarbeit versteht die FBI nicht als Freibrief, sich zurück zu lehnen, die Vorschlage der Verwaltung kommentarlos abzunicken und sich ihrer Verantwortung zu entziehen und die Vorweihnachtszeit glühweinselig zu verbringen.

Die ernsthafte Auseinandersetzung mit der anstehenden Herausforderung hat nach langen, konstruktiven, parteiinternen Diskussionen, welche sich um die Fragen und Ängsten der Bürger drehen und wo nach den bestmöglichen Lösungen für die Flüchtlinge, unsere Stadt, unsere Mitbürger und unsere Kinder gesucht wurde folgendes Ergebnis gebracht:
1. Wir können keine Wunder bewirken und mit einer Maßnahme die Aufgabe zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten lösen
2. Wir stehen zu unserer Verantwortung und wollen helfen
3. Wir sehen mit Stolz, dass Xanten das Potential in seiner Wirtschaftskraft, in seiner Organisationskompetenz und vor allem in seinen Menschen trägt, der erforderlichen Anzahl von Flüchtlingen, sicheres Heim oder vielleicht später sogar Heimat, zu gewähren
4. Wir setzen uns für Gerechtigkeit ein, sowohl für die Xantener Bürger als auch für die Flüchtlinge

Damit das alles umgesetzt werden kann, bedarf es auf der Grundlage des gemeinsamen Engagements allerdings einer stärkeren Einbindung der Politik in die Entscheidungsprozesse, somit läuft die Verwaltung in Zukunft auch nicht mehr Gefahr von der FBI kritisiert zu werden, wenn, zum Beispiel bei der Einrichtung von Massenunterkünften, die FBI „Einspruch“ erhebt!
Indem ein Bau für dreihundert Menschen neben der bereits vorhandenen Unterkunft für hundert Menschen errichtet werden soll, wird ein Ghetto geboldet. Die Entscheidung scheint wohl für Politik und Verwaltung der Weg des geringsten Wiederstandes zu sein. Keine unmittelbare Nachbarschaft, mit der man sich auseinander setzen muss.
Was ist mit den Menschen, die dort leben müssen: Es ist inakzeptabel, man muss nicht Sozialwissenschaft studiert haben, um zu ahnen, dass eine solche Ansammlung, die beste Voraussetzung für Konflikte darstellt. Wenn wir uns die Zeit nähmen, ein Experiment durchzuführen und vierhundert perfekt sozialisierte Xantener auf einer so kleinen Wohnfläche anzusiedeln, stellten wir dann fest, dass die Konflikte nicht daher kommen, dass die andere Kultur konfliktfreudiger ist, sondern, dass es nicht anderes geht.

Was sind jetzt die Fakten:
- Erster Beschluss: 130 Menschen werden untergebracht für 1,8 Millionen Euro
- Zweiter Beschlussvorschlag: 300 Menschen werden untergebracht für 4 Millionen Euro
Das bedeutet, dass das Bauen von zwei Unterkünften nicht teurer als das Bauen einer großen Unterkunft ist. Wenn man die logistischen Voraussetzungen betrachtet, ist es vorstellbar, dass es einfacher ist, ein Gebäude zu versorgen als zwei. Jedoch kann es nicht billiger sein, denn bei der Anzahl der Personen, die dort wohnen müssen, wird der Personalschlüssel so oder so angepasst werden müssen. Das bedeutet, dass die Kosten sowieso steigen werden.

Die Menschen, die nach Xanten kommen, müssen aus zwei guten Gründen so gut wie möglich empfangen werden:
- Ein Altruistischer, wir sind es ihnen aus menschlichen Gründen schuldig - Ein Egoistischer, wir müssen alle möglichen Hebel in Bewegung setzen, um ein friedliches Zusammenleben zu sichern.