Bau des Krematoriums gescheitert?

Voller Saal des ProtestsXanten. Ein Blick auf die Anwesenheitsliste zeigt die Brisanz des Themas. Rund 300 entrüstete Birtener Bürger versammelten sich am Donnerstagabend um ihrem Unmut über das geplante Krematorium loszuwerden. Der Raum platzte aus allen Nähten und es ging sehr emotional zu, die Vertreter der Stadtverwaltung, die Investoren stellten sich diesem, wenn sie auch zunächst keine große Chance hatten, sich mitzuteilen. Ein Zeichen der klaren Position, die die Bürger zum Vorhaben bezogen haben. Die Birtener Anwohner hatten nur eine Information über das Vorhaben mit dem Hinweis erhalten, dass sie gegen die Baugenehmigung eine Einspruchsfrist von vier Wochen hätten.

Heike Tobies sagt sie  hat das Vertrauen verlorenDie Birtener waren wie vor den Kopf gestoßen, reagierten schnell. Bürger sehen ihre Gesundheit gefährdet und Gewerbetreibende ihre Existenz bedroht. Sie bemängelten die äußerst schlechte Kommunikation zwischen Bürger und Stadtverwaltung. Joachim Tenhaef, Gemüsehandel räumte ein, mit ihm habe niemand gesprochen, Jörg Tondera vom Hotel Birten und auch Kai Grabowski, Leuchtenhandel fühlen sich schwer übergangen und fürchten immense Umsatzeinbußen. Die Anwohner und die Gewerbetreibenden wollen geben das Projekt vorgehen, wurden sie anscheinend vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Enttäuschung über all das begleitete den ganzen Abend, eine mehr als 3-stündige Diskussion.

Dr. Heike Pahl Wurster brachte die gesundheitlichen Bedenken hervorVertrauenszweifel an den Bürgermeister und dem christlich-demokratischen Gedanken kamen auf. Selbst Anschuldigungen der Vorteilsnahme wurden gemacht, derer sich der Verwaltungschef allerdings strikt verwehrte. Bürgermeister Görtz stellte sich dieser großen Kritik, hatte die Brisanz des Themas anscheinend sehr unterschätzt. Direkt zu Anfang entschuldigte er sich für die „verkorkste Kommunikation“ bei den Anwesenden. Er sei bereit , vom Projekt Krematorium wieder Abstand zu nehmen und diese mit dem Nichtverkauf des entsprechenden Grundstücks, verhindern, räumte aber ein: "Diese Entscheidung werde ich nicht alleine treffen." Zu dieser EntsWalburga baltes sprach für die Birtener Bürgercheidung will er auch die Ratsmitglieder einbeziehen. Allerdings stieß sogar das bei einigen Ratsvertretern auf Erstaunen, denn auch hier musste Görtz sich von einem Ratsmitglied vorwerfen lassen, Informationen zum Vorhaben nicht vollständig und ohne Detailinformationen weitergegeben zu haben. Lediglich eine Anfrage zum Bau eines Krematoriums wäre weitergegeben worden, denen erstmal keine weitere Wichtigkeit bis zur Vorbringung von Details beigemessen wurde.Dies bestätigten auch Ratsmitglieder anderer Fraktionen bei der Versammlung. Allerdings soll das Vorhaben bis vor einigen Wochen nicht mehr erwähnt worden sein, sondern erst wieder, als alles „in trockenen Tüchern“ gewesen sei.

Bürgermeister Thomas Görtz stellte sich der KritikAnwesend war auch der Rechtsanwalt der Gewerbetreibenden, Wolfram Tacke, sprach von der Rechtswidrigkeit der Baugenehmigung und untermauerte dies mir diversen Urteile aus anderen Bundesländern.. Für ihn ist der Leitsatz aus dem Urteil des Verwaltungsgerichts Osnabrück maßgeblich und klar: "Das derzeit bestehende sittliche, religiöse und weltanschauliche Empfinden der Allgemeinheit verbietet es, die Einäscherung Verstorbener als reinen technischen Vorgang, losgelöst von der mit dem Sterbefall verbundenen Trauerarbeit der Hinterbliebenen zu betrachten. Deshalb ist auch ein Krematorium ohne Andachtsraum in einem Gewerbegebiet nicht zulässig." (AZ 2A21/09)

Am 17. November 2016 wird in einer nichtöffentlichen Sondersitzung des Hauptausschusses ausschließlich dieses Thema besprochen.