Lebenshilfe Werkstätten starten Betrieb

Thomas Dura, Josef Cleve, Desiree Dörschug und Sophia Leekes freuen sich auf die Wie-deraufnahme des WerkstattbetriebesRees. Seit dem 18. März galt in den Werkstätten der Lebenshilfe Unterer Niederrhein durch die Corona-Krise ein Betretungsverbot für Beschäftigte mit Handicap. Seit über zwei Wochen läuft der Betrieb langsam wieder an. Für die Gruppenleitungen war es eine zähe Zeit. „Wir haben das komplette Gegenteil unserer sonstigen Arbeit erlebt“, sagt Desirée Dörschug von der Werkstatt der Lebenshilfe Unterer Niederrhein in Alpen-Veen. Die Mitarbeiter mit Handicap und die damit verbundene Vielseitigkeit, der Austausch, der Sinn – „Sie fehlten!“ Zum Schutz aller vor dem Corona-Virus haben die Verantwortlichen am 18. März ein Betretungsverbot für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Handicap in den Werkstätten ausgesprochen.

Vor zwei Wochen konnte das Unternehmen unter Auflagen wieder mit dem Betrieb beginnen. Josef Cleve ist einer der Ersten, die wieder zu ihrer Arbeit kommen können. „Er hat wieder eine sinnvolle Tagesstruktur und Beschäftigung“, sagt sein Bruder Ludger Cleve. „Es ist wie bei jedem anderen, der gezwungen ist, zu Hause zu bleiben. Irgendwann wird es einfach langweilig.“ Er spüre deutlich den wiederkehrenden Alltag. Ludger Cleve ergänzt: „Josef freut sich, wieder zur Arbeit gehen zu können. Das merke ich jeden Morgen.“ Auch für beim Betreuungspersonal der Lebenshilfe ist die Freude groß. „Es ist schön, zu sehen, wie die Normalität zurückkehrt“, sagt Desirée Dörschug – trotz der veränderten Umstände. Die Lebenshilfe Unterer Niederrhein hat ein Hygienekonzept entwickelt, das neben erhöhten Gesundheitsmaßnahmen, wie Maskenpflicht außerhalb des Arbeitsbereiches, die schrittweise Rückkehr in den Werkstattbetrieb vorsieht.

„Die Gesundheit für alle Beschäftigten hat bei uns nach wie vor oberste Priorität“, erklärt Geschäftsführer Mike Stefan Töller. Deswegen werde die Entwicklung ganz genau beobachtet. Der Plan sieht vor, dass zuerst diejenigen zu ihrem Arbeitsplatz zurückkehren können, die selbständig Wohnen und selbstständig zur Arbeit gelangen. Als letztes können die Menschen, die in den Wohneinrichtung wohnen, wieder zur LebenshilfeWerkstatt. Alles bisher noch auf freiwilliger Basis. „Die Furcht vor einer Ansteckung mit Corona macht insbesondere Menschen mit Handicap Angst“, so Töller. Deswegen leiste die Lebenshilfe Unterer Niederrhein in allen Bereichen Gesprächsarbeit.

„Unser Konzept beinhaltet auch die Aufarbeitung der Krise mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, sagt Töller. Die Arbeit nach der Krise wird eine andere sein. Da sind sich die Gruppenleiter aus Alpen-Veen einig. „Es war und ist ein Lernprozess für uns alle“, sagt Thomas Dura dazu. Der Lohn der Menschen mit Handicap refinanziert sich aus den Produktionsaufträgen. Um den aufrechterhalten zu können, haben seine Kollegen und er die Arbeiten übernommen. „Es war auch ein Perspektivwechsel, den wir für die Betreuungsarbeit nutzen möchten“, ergänzt Dura. Es ist aber kein kompletter Kontaktneustart. Regelmäßige Telefonate, Kampagnen über die sozialen Me-dien sowie Briefsendungen mit Grüßen hat das Betreuungspersonal der Werkstätten der Lebenshilfe Un-terer Niederrhein initiiert und versendet.