Landesinitiative stärkt Suchtberatung für wohnungslose Menschen – neue Kooperationen bilden sich

Landesinitiative stärkt Suchtberatung für wohnungslose MenschenDinslaken. Am 01.06.2020 ist die Kooperation zur Landesinitiative „Endlich ein Zuhause“ zwischen dem Diakonischen Werk im Ev. Kirchenkreis Dinslaken und dem Caritasverband Moers-Xanten zur Beratung wohnungsloser Menschen mit einer Suchterkrankung gestartet. Die Landesinitiative des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales fördert das Projekt „Endlich ein Zuhause“.
Wenn Jonas Egelkraut vom Diakonischen Werk im evangelischen Kirchenkreis Dinslaken die Kollegen bei der Essensausgabe unterstützt und Frau Claudia Frank vom Caritasverband Moers-Xanten e.V. im Beratungsbus der aufsuchenden Hilfe mitfährt, dann hat das einen besonderen Grund: Beide versuchen Kontakte zu knüpfen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder bereits betroffen sind und zusätzlich an einer Suchterkrankung leiden. Ziel ist es, den Betroffenen Zugang zu eigenem Wohnraum zu ermöglichen und eine umfassende Beratung anzubieten. „Beim Essen komme ich mit den Menschen ins Gespräch. Nach einiger Zeit baut man eine Beziehung auf und die Menschen erzählen von Ihren Problemen!“, erzählt Egelkraut.
Anschließend kann die Hilfe installiert werden. Frau Frank berichtet, dass sie durch die Kollegen der aufsuchenden Hilfe im Beratungsbus auf die Menschen trifft. Auch hier ist Beziehungsarbeit der Schlüssel, um Kontakte und Vertrauen zu knüpfen. „Das Projekt „Endlich ein Zuhause“ ist notwendiger als am Anfang geplant.“, sagt Egelkraut. Frau Frank berichtet, dass auch Menschen aufgesucht werden, die bei Freunden und Familie untergekommen sind, aber über keinen eigenen Wohnraum verfügen. „Die Dunkelziffer an Wohnungslosen ist hoch!“, sagt Frau Frank. In NRW engagieren sich aktuell 16 Städte und Gemeinden in einer gemeinsamen Initiative für wohnungslose Menschen mit einer Suchterkrankung. Das Projekt „Endlich ein Zuhause“ wurde auf die Bedürfnisse der Menschen angepasst. Durch die aufsuchende Beratung werden Menschen unterstützt, die bisher nicht erreicht werden konnten.

„Sucht ist eine Krankheit, die neben gesundheitlichen auch viele soziale Probleme nach sich zieht. Deshalb ist es wichtig, dass wir gezielt auf diese Menschen zugehen und ihnen passgenaue Beratung anbieten.“, sagt Gesundheitsminister Laumann. Er hatte die Landesinitiative, welche aus mehreren Bausteinen besteht, im Jahr 2019 ins Leben gerufen. Die Suchthilfeprojekte stellen den zweiten Baustein der Initiative dar.
Der Kreis Wesel, in Person von Herrn Michael Maas, Gesundheitsdezernent des Kreises Wesel, förderte und unterstützte für unsere Region diesen Ausbau nachdrücklich. Maas betont, wie wichtig es ist, dass die Lücke in der Beratung für Menschen mit einer Suchterkrankung, die gleichzeitig von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind, geschlossen wird. Das Projekt ist mit einer Laufzeit von 18 Monaten geplant und es besteht die Option einer Verlängerung auf 30 Monate.

Die Drogenberatung des Diakonischen Werks im Ev. Kirchenkreis Dinslaken und die Suchtberatung des Caritasverbandes Moers-Xanten haben sich zusammengeschlossen, um den betroffenen Menschen in ihren Regionen eine individuell passende Suchtberatung anzubieten. „So vielfältig wie die Gründe für die Entstehung einer Suchterkrankung, sind auch die Folgen einer Suchterkrankung. Gesundheitliche Einschränkungen, eine psychische Problematik und/ oder die Vernachlässigung anderer Lebensbereiche wie Arbeit, Familie und finanzielle Angelegenheiten können letztlich zum Verlust von Wohnraum führen.“ sagt Claudia Frank, Suchtberatung des Caritasverbandes Moers-Xanten e.V. Durch die aufsuchende Arbeit wir die Kontaktaufnahme für diejenigen ermöglicht, die ein klassisches Beratungsangebot nicht annehmen bzw. annehmen können.

Das Gesundheitsministerium fördert mit bis zu zwei Millionen Euro das gesamte Projekt der ambulanten Suchthilfe und ermöglicht den Trägern eine Aufstockung der personellen Ressourcen sowie deren Sachmitteln, wobei die Träger mit einem 10%igen Eigenenteil das Projekt unterstützen. Das Diakonische Werk und der Caritasverband sind auf jeder Rheinseite des Kreises Wesel mit einem Stellenanteil von 50 % einer Vollzeitstelle tätig. In engen Kooperationen arbeiten die einzelnen Träger miteinander und profitieren von den Synergieeffekten der Initiative.
Insgesamt wurden die Mittel zur Finanzierung der Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit von 1,85 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 7,1 Millionen Euro im Jahr 2020 aufgestockt. Allgemeine Informationen zum Landesinitiative „Endlich ein Zuhause!“ und die Wohnungslosenstatistik finden Sie hier: www.mags.nrw/hilfebei-wohnungslosigkeit, nähere Informationen zum Suchthilfeprogramm für wohnungslose Menschen finden Sie hier: www.mags.nrw/suchterkrankungen