Neue Herausforderungen für Stadt Xanten bei Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern - Bürgerversammlung im Rathaus

Xanten. Wie in nahezu allen Kommunen in Nordrhein-Westfalen und in ganz Deutschland steht auch die Stadt Xanten vor enormen Herausforderungen bei der Organisation der Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen. In den letzten Monaten hat die Stadt hier große finanzielle und personelle Anstrengungen unternommen und die Unterbringungskapazitäten deutlich ausgeweitet durch Anmietung von Wohnungen und Schaffen von neuen Gemeinschaftsunterkünften. Auch die Betreuungsleistungen für die Flüchtlinge wurden personell erheblich aufgestockt. Angesichts der immer weiter und immer schneller steigenden Zuweisungen von Flüchtlingen werden auch diese gesteigerten Unterbringungskapazitäten in Xanten schon bald nicht mehr ausreichen.

Deswegen hat Xanten’s Bürgermeister Thomas Görtz direkt nach der Sommerpause gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung und des DBX nach Möglichkeiten gesucht. Da mit einer Abnahme der Zuweisungszahlen auf absehbare Zeit nicht zu rechnen ist, ist nun eine „Große Lösung“ gefragt, um zumindest für die nächsten 8 - 12 Monate eine nach wie vor menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge, auf die sowohl Xanten’s Verwaltungschef als auch die Vertreter aller Parteien im Stadtrat großen Wert legen, zu gewährleisten.

Im intensiven Austausch auch mit dem Arbeitskreis Asyl wurden die verwaltungsseitig angestellten Überlegungen heute den Fraktionsvorsitzenden und Einzelratsmitgliedern des Xantener Stadtrates vorgestellt und diese Lösungsmöglichkeiten mit den politisch Verantwortlichen diskutiert.

Als Modell wird derzeit die Nutzung des Förderschulzentrums in der Xantener Innenstadt als Flüchtlingsunterkunft favorisiert. Bekanntlich wird die Xantener Förderschule zum Ende dieses Schuljahres Mitte 2016 ohnehin auslaufen. In Abstimmung mit dem Schulleiter Martin Nenno soll der Schulbetrieb in einem anderen Xantener Schulgebäude für die verbliebenen Förderschüler fortgeführt werden, um das Förderschulgebäude möglichst schnell als Asylunterkunft umbauen und nutzen zu können. Hierzu werden die Vorbereitungsmaßnahmen nun mit Hochdruck vorangetrieben, um einen Umzug der Förderschule in das andere Schulgebäude und die Nutzung des Schulgebäudes an der Johannes-Janssen-Straße als Flüchtlingsunterkunft möglichst schon in den Herbstferien zu ermöglichen.

Man sei sich darüber einig, dass hier sehr schnell und entschlossen gehandelt werden muss, fasst Bürgermeister Thomas Görtz diesen Schulterschluss zwischen ehrenamtlichem Engagement, politisch Verantwortlichen und Verwaltungsspitze zufrieden zusammen.
„Die Zeit drängt und die Situation wird auch für uns in Xanten immer dramatischer, so dass wir keine anderen Möglichkeiten als diese nun gewählte Variante sehen“, so Bürgermeister Görtz. Selbstverständlich werde man auch mit Blick auf die Anwohner alles Mögliche unternehmen, um zu einem verträglichen, nachbarschaftlichen Miteinander zwischen den hilfesuchenden Flüchtlingen in unserer Stadt und den Anwohnern, unseren Bürgerinnen und Bürgern, zu kommen.

In diesem Zusammenhang sei insbesondere das ehrenamtliche Engagement des Arbeitskreises Asyl unter Federführung von Dr. Wolfgang Schneider besonders lobend hervorzuheben.
Wichtig ist allen Beteiligten in diesem Zusammenhang zu unterstreichen, dass sich dieses wirklich hoch sensible Thema nicht für eine parteipolitische Auseinandersetzung eignet und hier alle Verantwortlichen aus Verwaltung und Politik an einem Strang ziehen und sich dieser Herausforderung stellen.

Am Mittwoch, den 26.08.2015 findet zum Thema eine Bürgerversammlung im Rathaus statt, anwesend sind Vertreter beider Kirchen, des Arbeitskreis Asyl und Vertreter der Verwaltung. Die Versammlung beginnt um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Xanten.