Gesundheitsschutz in den Kitas muss gestärkt werden: ver.di fordert Gefährdungsbeurteilung durch Arbeitgeber

Niederrhein. Die Corona-Krise hat das öffentliche Leben sichtbar verändert. Im öffentlichen Personennahverkehr, beim Einkaufen und überall dort, wo Menschen sich nahekommen, werden Masken getragen. Wenn die Kitas in NRW am 8. Juni ihre Notbetreuung beenden und im eingeschränkten Regelbetrieb wieder öffnen, bleiben laut der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in NRW noch viele Punkte unberücksichtigt. Bei der direkten Arbeit mit Kindern ist der Schutz der Kita-Beschäftigten kaum aufrechtzuerhalten, deshalb hat die Gewerkschaft eine eigene Fachempfehlung zum Arbeitsschutz entwickelt.

„Der Schutz der Kita-Beschäftigten ist nachhaltig gefährdet. Land und Kommunen tragen hier die Verantwortung. Um den Schutz von Eltern, Kindern und Beschäftigten so gut wie möglich umzusetzen, haben wir bereits am 15. Mai 2020 flächendeckende Corona-Tests für die Kolleginnen und Kollegen in den Kitas gefordert“, erklärte Gabriele Schmidt, Landesbezirksleiterin ver.di NRW. „Je prekärer die Arbeitsverhältnisse mit jedem Lockerungsschritt werden, desto unattraktiver wird die Arbeit in den Kitas. Ein Ergebnis, das den Fachkräftemangel verschärfen wird.“ Die Beschäftigten würden durch die konkreten Öffnungsschritte vermehrt unter Druck gesetzt.

Die Arbeitgeber, die diese umsetzen müssten, würden den Druck an die Kolleginnen und Kollegen weitergegeben, so Schmidt. „So werden individuelle Risikogefährdungen heruntergespielt, die Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit bei Risikogruppen eingefordert, oder Haftungsausschlusserklärungen zur Unterschrift vorgelegt. ver.di rät den Beschäftigten hier klar von der Unterschrift ab!“, mahnte Schmidt. „Außerdem rufen wir das Land NRW, die Kommunen und Träger dazu auf, den Arbeitsschutz in den Kitas sicherzustellen und um Corona-Tests auszubauen. Die Beschäftigten, die in diesem systemrelevanten Bereich bereits seit Jahren mit den Folgen des Fachkräftemangels arbeiten müssen, dürfen nicht im Stich gelassen werden.“