Gastro-Fachmann brach Lanze für die Region:„Man isst und trinkt Heimat“

Kreis Kleve – Geldern – Die Wirte und Hoteliers der Region können mit heimischen Produkten in ihren Speisenkarten neue Zielgruppen erreichen, ihre Umsätze steigern und gleichzeitig ihren Beitrag zur Schaffung von touristischer Identität leisten. Diese Meinung jedenfalls vertrat Klaus Westerhaus, Gastronomie-Experte, ehemaliger Geschäftsführer der beiden bedeutendsten Altbierbrauereien, Unternehmensberater und Niederrhein-Fan im Rahmen des aktuellen Forum Kreis Kleve in der Halle Gelderland.
Für Westerhaus sind vor allem die Mitt-Fünfziger eine zu umwerbende Gästegruppe, denen das gesunde Essen und Trinken wertvoll ist. Und die vielfach die gewünschte Kaufkraft im Portemonnaie haben. Der in Geldern Wohnhafte referierte vor etwa 300 Gästen der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve im Hotel am See Park Janssen. Seine Botschaft: „Man isst und trinkt wieder Heimat. Liebe Gastronomen – machen Sie was draus.“

„Machen Sie was draus“
Zum Auftakt hatte Landrat Wolfgang Spreen – auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve – den beteiligten Sparkassen und Volksbanken der Region für deren Engagement im Interesse des Forum Kreis Kleve gedankt. „Eminent wichtig“ nannte Spreen das „Fachleute-Treffen für wirtschaftlich Interessierte“ und betonte, dass intensive Netzwerkarbeit vor allem für die Akteure in Werberingen und Verkehrsvereinen unverzichtbar sei.
Es war sicherlich kein Zufall, dass in diesem Jahr – nach Veranstaltungen in Kevelaer, Uedem und Emmerich am Rhein – erkennbar viele Wirte ihren Weg in die Halle Gelderland gefunden haben. Hat doch der Gastro-Experte Westerhaus hier erkennbar gute Magnetwirkung gezeigt – und selbst den lokalen DEHOGA-Chef Hermann Große Holtforth zum Forum gelockt. „Was wir mit Spargel können, das können wir am Niederrhein auch mit Grünkohl und anderen Produkten“, warb Westerhaus auch zum Mitmachen für die aktuell anstehende Grünkohl-Woche im Kreisgebiet, die er schon vor der zweiten Veranstaltung für einen Treffer hielt. „Mehr Heimat auf die Kreis Klever Teller“ war sein Credo.

„Jeder kann zur Marke werden“
„Jeder von uns kann zur Marke werden“, motivierte indessen Christian Hupertz von der Düsseldorfer Werbeagentur Grey Worldwide die Anwesenden. „Mensch Marke“ war sein Beitrag überschrieben, der auch anhand der „Lichtgestalt Franz Beckenbauer“ und seiner früheren Mannschaftskollegen Katsche Schwarzenbeck, Gerd Müller und Sepp Maier nachwies, dass sportliche Erfolge nicht automatisch zu einem attraktiven „Werbeleben danach“ führten. Der Weg zum Erfolg gehe über die „Bekanntheit“ zur „Akzeptanz“, zum „Vertrauen“ und letztlich zur „Identifikation“. Sei diese erreicht, könne man mit dem abgezielten Mehrwert rechnen, wenn Meinungsbildner der „Marke Beckenbauer“ eingesetzt werden.
Habe man in der Antike noch von der Macht des Amtes, gestern noch von der Macht des Geldes gesprochen, so sei es heute die Macht der Identifikation, die den Königsweg zum werblichen Erfolg aufzeige. Auch so sei zu erklären, warum nahezu 15 Millionen Menschen hinsehen, wenn „Lena“ ihren Grand Prix gewinnt. Hier spiele Identifikation eine große Rolle.
„Menschen, die das Zeug zur Marke haben, die gibt es hier vor Ort auch“, vermutete der Grey-Manager und zitierte den Münsteraner Wissenschaftler Professor Heribert Meffert, hier und da auch als „Marketing-Papst“ bezeichnet: „Man vertraut nur dem, den man kennt“, so Hupertz, der wie Westerhaus bei diesem Forum Kreis Kleve viele neue Bekanntschaften machte.