Eriken made am Niederrhein

Still und leise wächst gerade jetzt wieder ein Verkaufsschlager auf den niederrheinischen Feldern heran: Die Erika. Rund 60 Prozent der buschigen Heidekrautge wächse, die in Deutschland produziert werden, kommen vom Niederrhein. Und damit das so bleibt, wird am Niederrhein nicht nur gezüchtet und vermarktet, sondern auch geforscht.

 Unterstützt von der Agrobusiness- Initiative beschäftigen sich die Universität Bonn, Züchter und Fachleute aus der Region in einem aktuellen Forschungsprojekt derzeit mit der Frage, wie man neuen Sorten und neuen Kreuzungsmöglichkeiten auf die Spur kommen kann. Das Ziel ist klar: Die Wettbewerbsfähigkeit im hiesigen Gartenbaus soll weiter gesteigert werden.
„Damit die Eriken vom Niederrhein ihre starke Stellung auf dem Markt behalten können, müssen sie in immer neuen Farben und Formen daher kommen“, schildert Matthias Küppers, Vorsitzender des Züchtungsausschusses der Sondergruppe Azerca, den Hintergrund des Projekts. „Wenn es uns gelingt, unterschiedliche Arten zu kreuzen, würden die neuen Sorten neue optische Anreize bieten.“ Die Züchtung ist aber sehr aufwändig, da lohnt es sich zu wissen, welche Kreuzungen vielversprechend sind.

Aus diesem Grund untersucht die Universität Bonn jetzt die Verwandtschaftsverhältnisse der unterschiedlichen Arten, um den Züchtungserfolg zu beschleunigen. Die europäischen winterharten Pflanzen sollen dabei auf ihre Verwandten aus Afrika und dem Nahen Osten treffen. Diese überstehen zumeist den Winter nicht, ziehen allerdings mit ausgefallenen Blüten die Blicke auf sich. Bei dem Ziel, die Vorzüge beider Sorten zu vereinen, kooperieren die Wissenschaftler im Förderprojekt mit Züchtern und Fachleuten aus der Region – unter anderem auch mit dem Gartenbauzentrum Straelen.

Wettbewerbsvorteile für heimische Gartenbauer
„In der Erforschung neuer Züchtungslinien liegt ein großes Potenzial für unseren Gartenbau“, weiß Peter Tiede- Arlt, Versuchsleiter im Straelener Gartenbauzentrum. Hier werden die wichtigsten Erika-Arten kultiviert. „Normalerweise sind Züchtungen sehr zeitaufwendig, da immer wieder die schönsten Pflanzen ausgewählt und miteinander gekreuzt werden müssen – das dauert“, so sprung und außergewöhnlichen Pflanzen punkten“, prognostiziert Matthias Küppers vom Züchtungsausschuss der Sondergruppe Azerca. „Das sind klare Wettbewerbsvorteile für unsere heimischen Unternehmer.“

Image made by Niederrhein
Die niederrheinischen Eriken haben ein gutes Image auf dem Markt – das wollen die Produzenten, Züchter und ihre Unterstützer weiter ausbauen. „Wir helfen gerne dabei, die Kulturen weiterhin zukunftsfähig zu machen“, so Tiede-Arlt. Unterstützung erhalten die Pflanzen-Experten von der Initiative Agrobusiness Niederrhein. Sie half beispielsweise bei der Beantragung der Fördergelder. „Das Eriken-Projekt ist ein gutes Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit von Forschung und Unternehmen“, erklärt Agrobusiness-Geschäftsführerin Martina Reuber. „Die Ergebnisse kommen dem Niederrhein als Hauptproduktionsstätte für Eriken zugute – aber auch dem Verbraucher, der immer wieder neue, attraktive Pflanzen für Haus und Garten bekommt.“

Foto:  ©  Agrobusiness Niederrhein