Spitzenmeeting zwischen Wirtschaftsvertretern des Agrobusiness und der Politik

Auf Einladung eines grenzüberschreitenden Initiativkreises aus dem Agrofoodbereich und der Politik trafen sich deutsche und niederländische Unternehmer, Bildungsinstitute und Politiker zu einem grenzüberschreitenden Spitzenmeeting. Angestoßen wurde diese Initiative durch den Zusammenschluss der beiden Versteigerungen FloraHolland und Landgard. Die über 40 Teilnehmer des Treffens diskutierten darüber, wie Kooperationen im Bereich von Gartenbau und Landwirtschaft auf beiden Seiten der Grenze angestoßen und umgesetzt werden können.
„Das Ganze sollte keine theoretische Veranstaltung sein, sondern ganz praktische Überlegungen in den Vordergrund stellen“, erläutert Johannes Giesen, Vorsitzender von Agrobusiness Niederrhein und einer der Initiatoren.  Und so hatte man auch ganz konkrete Themen im Visier: Von Bildung und Ausbildung über Innovationspotenziale in der grenzüberschreitenden Region bis hin zu konkreten Kooperationen auf den Gebieten von Logistik, Forschung und Marketing nahmen die beteiligten Unternehmer, Kommunalvertreter und Wirtschaftsexperten unterschiedliche Schwerpunkte in den Blick. Die Ergebnisse am Ende des Abends konnten sich sehen lassen.

„Wir haben konkrete Vereinbarungen getroffen“, stellte Henning Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Landgard eG, für den Initiativkreis am Ende der Veranstaltung resümierend fest. Er betonte: „Die Zeit des Redens ist jetzt vorbei. Jetzt wollen wir die Dinge praktisch anpacken!“ Wie das geschehen kann, war zuvor unter den Beteiligten intensiv diskutiert worden. So wurde zum Themenbereich Bildung und Ausbildung ein konkreter Maßnahmenplan vereinbart, dessen Konkretisierung und Umsetzung bereits im Oktober 2010 beginnen soll. Die Teilnehmer des Spitzenmeetings wollen dabei vor allem Transparenz über die unterschiedlichen Bildungswege beiderseits der Grenze herstellen und nach Vernetzungsmöglichkeiten zwischen Forschung, Praxis und Unterricht suchen.

Auch im Bereich Logistik wurden konkrete Problemfelder benannt – etwa die unterschiedlichen Regelungen für den Warentransport mit Eurolinern, also sehr großen LKWs. Sie dürfen in den Niederlanden vom Hafen Rotterdam bis zur Grenze an den Niederrhein fahren – aber nicht mehr weiter auf deutschem Gebiet. „Dies führt dazu, dass wir drei Kilometer vor dem Zielort die gesamten Waren umladen müssen“, beklagte Henning Schmidt, „ein Umstand, der jedes Jahr siebenstellige Summen kostet.“ Und noch ein Punkt konnte in Gang gesetzt werden: Auf dem Gebiet von Forschung und Verwaltung wurde vereinbart, in kleinen, aber griffigen Projekten zu kooperieren, um das Verständnis für Wirtschaftsmechanismen, Bildungswege und Verwaltungspraxis beiderseits der Grenze zu fördern.
„Hoch zufrieden“ mit dem Verlauf und den Ergebnissen des grenzüberschreitenden Spitzenmeetings waren dementsprechend die Initiatoren. Henning Schmidt: „Es wird ein weiteres Meeting geben, bei dem wir über erste Ergebnisse werden sprechen können.“

Der Initiativkreis besteht aus:
- Timo Huges, Vorstandsvorsitzender der weltgrößten Vermarktungsorganisation für Blumen und           Pflanzen, FloraHolland,
- Henning Schmidt, Vorstandsvorsitzender des führenden Vermarktungsunternehmens für Obst und     Gemüse, Blumen und Pflanzen, Landgard
- Wim v.d. Belt, Direktor der Limburgse Landen Tuinbouwbond (LLTB)
- Frans van Dijck, Vorstandsvorsitzender von Freshpark Venlo,
- Johannes Giesen, Vorsitzender von Agrobusiness Niederrhein,
- Hubert Bruls, Vorsitzender der Stichting Greenport Venlo und Bürgermeister von Venlo,
- Christian Wagner, Bürgermeister der Stadt Nettetal
- Jörg Langemeyer, Bürgermeister der Stadt Straelen.