Virtueller Gewerbeflächenpool soll Arbeitsplätze schaffen

KREIS KLEVE / KALKAR Im Kalkarer Rathaus haben heute die Düsseldorfer Regierungspräsidentin Anne Lütkes, Landrat Wolfgang Spreen sowie alle 16 Bürgermeister des Kreises Kleve den Startschuss für den Virtuellen Gewerbeflächenpool gegeben. Mit der Unterzeichnung des Landesplanerischen Vertrages kann das bundesweit einmalige Projekt im kommenden Jahr umgesetzt werden.
Der Virtuelle Gewerbeflächenpool fasst das Gewerbeflächenpotenzial aller Städte und Gemeinden im Kreis Kleve zu einem Ganzen zusammen.  So kann eine Kommune bei einer Unternehmensansiedlung aus diesem Topf die Menge an Fläche nehmen, die sie braucht, natürlich unter bestimmten Vorraussetzungen, wie zum Beispiel der ökologischen Vertretbarkeit. Vorteil ist unter anderem, dass das bereits im Regionalplan für den Regierungsbezirk Düsseldorf (GEP 99) dargestellte Potenzial ohne eine Erweiterung der Gesamtgewerbeflächen optimal genutzt wird. So sorgt der Virtuelle Gewerbeflächenpool für einen sparsamen Umgang mit Freiflächen.

Bislang ist die durch den Regionalplan begrenzte Gesamtgewerbefläche des Kreises Kleve fest auf die einzelnen Kommunen aufgeteilt. Insgesamt ist die Größe der Gewerbeflächen zwar ausreichend, jedoch ist der Bedarf der einzelnen Kommunen sehr unterschiedlich. Während einige Städte und Gemeinden noch über genügend Reserven verfügen, gehen die Gewerbeflächen bei anderen zur Neige.
Ziel des Pools ist es hier, die bestehenden Reserven zu flexibilisieren, damit im Kreis Kleve ein breites, passgenaues Angebot guter Gewerbestandorte geschaffen werden kann, ohne gleichzeitig zusätzliche und überdimensionierte Flächenpotenziale vorhalten zu müssen. Mit der Schaffung des Virtuellen Gewerbeflächenpools sind eine flexible Realisierung und Vermarktung der Gewerbeflächen und somit eine effektive Wirtschaftsförderung möglich. Der Gewerbeflächenpool vermeidet Infrastrukturfehlinvestitionen und beschleunigt Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Im Jahr 2005 hatte die Bürgermeisterkonferenz des Kreises Kleve gemeinsam mit der Bezirksregierung Düsseldorf die Idee für den Virtuellen Gewerbeflächenpool und diesen auf den Weg gebracht. Ein Arbeitskreis mit Vertretern der Bezirksregierung, der Ministerien, des Kreises Kleve, der IHK, der Kreis Klever Wirtschaftsförderung sowie mit Vertretern der Städte Goch, Emmerich, Kleve und Geldern sowie der Gemeinden Issum und Weeze hatte die konkrete Realisierung erarbeitet. Die Umsetzung wurde durch Fördermittel des Landes NRW möglich gemacht. Wissenschaftlich wurde das Pilotprojekt durch eine beauftragte Gutachtergemeinschaft begleitet.