Neue Doppel-Spitze bei der IG BAU im Rheinland

Neue Doppel-Spitze der IG BAU im Rheinland: Die Interessen der Bauarbeiter zwischen Eifel und Revier vertreten jetzt Holger Vermeer (49 J.) und Nicole Simons (43 J.). Als Regionalleiter der IG Bauen-Agrar-Umwelt werden Vermeer und seine Vize die Koordination aller fünf Bezirksverbände der IG BAU im Rheinland übernehmen. Sie vertreten die Interessen von rund 32.000 Gewerkschaftsmitgliedern – vom Maurer über die Gebäudereinigerin und den Gärtner bis zum Umwelttechniker. 

Für das neue Jahr sehen Vermeer und Simons zwei große Herausforderungen: die beiden Tarifrunden im Bauhauptgewerbe und in der Gebäudereinigung. „Das Rheinland ist für die Tarifauseinandersetzung gut aufgestellt. Jeder Bauarbeiter und jede Gebäudereinigerin in der IG BAU weiß, dass es beim neuen Tariflohn nicht ‚kütt wie et kütt’, sondern dass der nur im rheinisch-solidarischen Schulterschluss gewonnen werden kann – und gewonnen werden wird“, sagt Holger Vermeer. 

Die neue IG BAU-Spitze im Rheinland will sich zudem dafür stark machen, dass das NRW-Tariftreuegesetz eingehalten wird. „Unser Ziel sind tarifgerechte Löhne überall im Rheinland. Eine konsequente Kontrolle auf öffentlichen Baustellen und bei der Gebäudereinigung in öffentlichen Einrichtungen ist notwendig. Da werden wir genau hingucken“, so IG BAU-Regionalleiter Vermeer. 

Die IG BAU-Doppel-Spitze will auf Augenhöhe mit den Arbeitgebern im Rheinland verhandeln. Auch ein kurzer Draht zur Politik gehört zum Alltagsgeschäft für Holger Vermeer und Nicole Simons: „Die Stimme der IG BAU muss in Düsseldorf und Berlin deutlich zu hören sein.“ Gerade bei arbeits- und sozialpolitischen Themen werde die IG BAU kräftig mitreden, versichern die „rheinischen Chef-Koordinatoren“ der IG BAU. 

Mit Blick auf die Bundestagswahl ist für die IG BAU im Rheinland ein zentrales Thema längst gesetzt: „Die Rente 67 ist und bleibt ein Dorn im Auge der Beschäftigten. Da ist nach wie vor mächtig Druck im Kessel. Vom Bau bis zum Gartenbau – die Rente mit 67 wird als enorme Ungerechtigkeit empfunden. Sie wird auch im September wahlentscheidendes Thema sein“, sagt Holger Vermeer.

Und noch ein anderes politisches Thema drücke, so Nicole Simons: „Wir müssen der Landesregierung und den Kommunen Mut machen, stärker in öffentliche Bauvorhaben zu investieren. Vom Kanalnetz über die Straßen bis hin zu den Schulen liegt einiges im Argen“, macht die Vize-Regionalleiterin deutlich. Investitionen in die Infrastruktur und in den Wohnungsbau seien Impulsgeber für die Wirtschaft und damit Garantien für den Erhalt und den Ausbau von Arbeitsplätzen bei Handwerk und Mittelstand im Rheinland.

Regionalleiter Holger Vermeer hat das Handwerk von der Pike auf gelernt: Der Essener ist Fliesenleger. Er hat sich schon früh um den Gewerkschaftsnachwuchs bei der IG BAU gekümmert. In den vergangenen Jahren stand das Bauhauptgewerbe im Fokus der Arbeit von Holger Vermeer. Mit der Düsseldorferin Nicole Simons hat die rheinische IG BAU eine Juristin als stellvertretende Regionalleiterin. Zu ihren Schwerpunkten gehörten bislang der Rechtsschutz und die Betreuung von Betriebsräten. Vermeer und Simons lösen Regionalleiter Arno Haas und dessen Stellvertreter, Willi Schmitz, ab. Arno Hass wird nun in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Willi Schmitz arbeitet seit dem letzten Jahr in der Bundesverwaltung der IG BAU in Frankfurt am Main.