Girls Day ermöglichte Einblicke in Männerberufe

Lena Weingarten nutzte die Gelegenheit, beim „Girls‘ Day“ einen für Frauen recht untypischen Beruf kennen zu lernen: Kehrmaschinen-Fahrerin. Hier mit Regina Hübner (ENNI)Neukirchen-Vluyn/Moers/Dinslaken. Lena Weingarten hatte am Mittwoch schulfrei. Kein Mathe, kein Deutsch, kein Unterricht. Ausschlafen konnte die 14-Jährige allerdings trotzdem nicht. Denn anstatt im Klassenraum der Hermann-Runge-Gesamtschule in Moers zu sitzen, nutzte Lena die Gelegenheit, beim „Girls Day“ einen für Frauen recht untypischen Beruf kennen zu lernen: Kehrmaschinen-Fahrerin. Zusammen mit Regina Hübner, die diesen Job bei der ENNI Stadt & Service (ENNI) mit großer Freude erledigt, reinigte Lena die Straßen in Neukirchen-Vluyn. „In einer Kehrmaschine zu sitzen, ist schon etwas Besonderes. Wann hat man dazu schon mal Gelegenheit?“, sagte die Schülerin begeistert.

Dass auf dem Kreislaufwirtschaftshof wenig Frauen arbeiten, merken die Teilnehmerinnen des Girls Day schon beim Rundgang. Jede Menge Männer bei der Arbeit sind da zu sehen. Steine schleppend, Autos reparierend und Abfall sortierend. „Sehr interessant, was die ENNI alles macht. Das war für uns auch ein Grund, an diesem Tag teilzunehmen“, sagen Vanessa und Chantal Faber (17), die gestern ENNI-Mitarbeitern im Bereich Entwässerung und auf dem Hauptfriedhof bei der Arbeit über die Schulter schauen durften.

Vanessa Faber mit Kanalmeisterin Yvonne SiegertVanessa hatte dabei sogar das großes Los gezogen: Sie durfte in Schutzkleidung in ein Regenklärbecken und einen Regenwasserkanal einsteigen und war begeistert: „Das war wirklich sehr interessant. Und die Kollegen waren sehr nett. Ich könnte mir durchaus vorstellen, später mal in diesem Bereich zu arbeiten.“ Ob Kanalmeisterin Yvonne Siegert, eine Exotin in diesem Bereich bei ENNI, tatsächlich mal weibliche Verstärkung bekommt? „Mich würde es freuen. Dieser Beruf ist sehr vielseitig und es ist schade, dass sich nicht mehr Frauen dafür interessieren.“

Von dem bundesweiten Aktionstag, an dem Mädchen Einblicke in klassische Männerdomänen gewinnen können, profitiert auch die ENNI. „Wir bilden in verschiedenen Berufsgruppen aus, aber die Anzahl der weiblichen Bewerber ist sehr gering“, bedauert ENNI-Vorstand Simon Ulrich Goerge. „Vielleicht können wir den jungen Frauen durch derartige Schnuppertage die Scheu vor unseren technischen Berufen nehmen.“

(von links) Monika Teiner (Landschaftsarchitekturbüro Reinders), Anna-Lena Weiss, Magdalena Schumann von der Stadtverwaltung, Sevde Güneysu und Emely RichterDrei Mädchen von der Ernst-Barlach-Gesamtschule in Dinslaken sahen sich beim Girls Day 2013 am letzten Donnerstag im Fachdienst Stadtentwicklung und Bauleitplanung der Stadtverwaltung um. Die Jugendlichen konnten sich ein Bild machen von der Arbeit der dort tätigen Stadtplanerinnen und Architektinnen. Wie Geplantes realisiert wird, lernte das Trio bei der Besichtigung der Baustelle am Rutenwall kennen. Zurück im Technischen Rathaus, konnten die jungen Frauen einen Stift zur Hand nehmen und skizzieren, wo in dieser Stadt Barrieren sind und wie stadtplanerische Lösungen aussehen könnten.