Das vierte Geschoss wird in Goch zum Maß aller Dinge

Lieferten ihren Beitrag zum Thema „Wohnungsbau in Goch: Bedarfe – Flächen – Programme“ (v.l.n.r.): Dominik Bulinski, Wolfgang Jansen, Marius Hermsen, Johannes Janhsen, Heinz Bömler, Markus Coenen, Andrea Franken, Hans-Josef Kuypers, Stefan Eich, André Verhoeven, Stephan Kunz und Bürgermeister Ulrich Knickrehm.Goch. Mehr als 160 Interessierte beim Unternehmerabend mit der Kreis-WfG in der Viller Mühle / Zufriedenheit mit Wohnbauflächen-Angebot auch in den Ortschaften Kreis Kleve – Goch – Eines machte dieser Unternehmerabend mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve schnell deutlich: Vor der hohen Zahl von gut 1.700 Wohnungen, die nach Einschätzung der jüngsten Wohnungsmarktstudie im nächsten Jahrzehnt in Goch gebaut werden sollten, muss sich niemand fürchten.

Das Wohnbaugebiet Neu-See-Land läuft nach Aussage von GO!-Geschäftsführer Wolfgang Jansen sehr gut, in den Ortschaften gibt es noch diverse Flächen zum Bau der „eigenen vier Wände“ – und nach dem Drohnenflug übers Stadtgebiet packte der Chef der Gocher Entwicklungsgesellschaft noch weitere „städtebauliche Visionen“ aus, die deutlich machen: Baugrundstücke sind vorhanden. „Goch darf sich glücklich schätzen, dass hier sowohl Wohnbauflächen wie Gewerbeflächen viele Wünsche erfüllen können – das ist im Kreisgebiet längst nicht überall so“, sagte Hans-Josef Kuypers als Geschäftsführer der veranstaltenden Wirtschaftsförderung Kreis Kleve zum Einstieg in diesen Unternehmerabend.

Wenige Wochen vor der aktuellen Expo Real in München gebe es zur Stunde fürs Kreisgebiet Nachfragen nach Einzelhandelsflächen für den Textil- und Bio-Lebensmittelbereich, einen Centershop-Standort für 3.000 Quadratmeter Verkaufsfläche wie ein europäisches Möbelhandelszentrum mit 60.000 Quadratmetern Gesamtfläche. Wolfgang Jansen nannte bei seinem Blick auf den Bestand, die Flächen und Bedarfe von Goch vor gut 160 interessierten Gästen in der Viller Mühle Quartiere wie das zwischen Bahnhofstraße, Brückenstraße, Wiesen- und Feldstraße, betonte die Lage seitlich des Friedhofs an der Hülmer Straße und das Umfeld der Liebfrauenkirche.

Die sogenannten Belgierhäuser an der Melatenstraße und am Duvelskamp suchten nach neuen Antworten und der Tennisclub Rot-Weiß Goch am Leeger-Weezer-Weg wolle seinen Standort verlagern und auch daraus ergäben sich Flächen für ansprechendes Wohnen. Im Bahnhofsumfeld sah Jansen ebenso noch Möglichkeiten wie in der Gartenstraße, wo Aldi bald seinen Standort verlasse und der Niersblick frei wird für neue Gedanken. „Wir haben ausreichend Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten“, schloss er seinen Vortrag, nachdem bereits Bürgermeister Ulrich Knickrehm in seinem Grußwort keinen Zweifel daran gelassen hatte, dass man in Goch jeden Investor willkommen heiße.
Ein besonderes Anliegen schien Knickrehm die schnelle Verwirklichung von bis zu 38 Wohneinheiten für „Flüchtlinge mit Bleibestatus“, die sich zur Stunde noch in Flüchtlingsunterkünften befinden. Sollten sich keine privaten Investoren finden lassen, dann werde die Stadt selbst es richten müssen, versprach der erste Bürger.

Stadtbaurat Dominik Bulinski sprach die Dörfer an, wo man auch künftig Jung und Alt nebeneinander sehen wolle. Und er sah auch voraus, dass in der Gocher City die Viergeschossigkeit wohl zum Maß aller Dinge würde. „Das wird die Zukunft sein, um das Zentrum zu bevölkern“, so der Baurat.
Stephan Kunz unterstrich für die NRW.BANK in Düsseldorf die öffentliche Förderung des Wohnungsbaus als „eine schöne Sache“. Themen wie Barriere-Reduzierung, Energieeinsparung, aber auch langfristige, bis zu 30 Jahre währende Zinsbindungen seien immer wieder Grund, sich die Programme der NRW.BANK anzusehen.

„Bevor ich weiter Miete zahle, dann baue ich lieber selbst“, lautet nach Ansicht von Marius Hermsen von der Volksbank an der Niers ein häufig gehörtes Argument zum ersten Spatenstich. „Zinsen günstig wie nie“, so seine Aussage, die vom Berufskollegen André Verhoeven von der Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze Bestätigung fand. „Wenn das richtige Grundstück fehlt, dann lohnt häufig auch der Abriss vorhandener Alt-Substanz zur Schaffung neuer“, so Verhoeven, der damit Markus Coenen vom gleichnamigen Ingenieurbüro eine Steilvorlage lieferte.

Coenen ist Architekt und Investor, bebaut mit einem Partner gemeinsam 6.500 Quadratmeter in innerstädtischer Lage unweit der Post und betont, die besondere Lage allein habe hier die Entscheidung gebracht. Coenen klagte über die teils langen Entscheidungsprozesse der Behörden – bis zum Bebauungsplan und zur letztendlichen Baugenehmigung – und ließ mit Blick auf Stephan Kunz von der NRW.BANK keinen Zweifel daran, dass er die derzeitigen Kreditzins-Konditionen bei den Sparkassen und Volksbanken auch aufgrund der Unabhängigkeit von der späteren Mieterwahl für die bessere Variante halte.