Keimkiller nicht nötig: Umweltfreundlicher Frühjahrsputz

Ohne Keimkiller gehts auchUm die eigenen vier Wände pünktlich zum Eintreffen des Frühlings in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, wird vielfach in den nächsten Wochen gescheuert und gewienert, was der Putzlappen aushält. Doch wer nach der konzertierten Aktion einen gesunden und sauberen Haus­halt vorweisen möchte, kann chemische Keulen, die Keimfreiheit ver­sprechen, getrost im Regal stehen lassen. „Der Einsatz von antibakteri­ellen Reinigungsprodukten ist nicht nur unnötig und meist auch teuer, sondern schädigt zudem die eigene Haut sowie die Umwelt“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Sie hat erhellende Tipps, wie Putzteufeln die alljährliche Putzaktion auch ohne Griff zu kostspieligen Spezialreinigern gelingt:

 

  • Vertracktes Saubermach-Image: Inhaltsstoffe von vielen Sauber­machern mit einem vermeintlichen Keimfrei-Faktor sind problema­tisch für die Haut und fördern die Ausbildung von Allergien. Zudem werden beim Putzen nicht nur krankmachende, sondern auch gesundheitlich unbedenkliche Keime bekämpft. Letztere brauchen wir jedoch, um unsere Abwehrkräfte zu stärken. Stark desinfizieren­de Mittel gehören deshalb in Krankenhäuser und nur in Ausnahme­fällen in private Haushalte – etwa wenn ein Familienmitglied anste­ckend erkrankt ist. Die meisten Desinfektionsmittel sind zudem nur schwer biologisch abbaubar, da sie auch vor Bakterien in den Klär­anlagen nicht Halt machen. Die Konzentration in Haushaltsreinigern ist zudem oft zu niedrig, um desinfizierend zu wirken. Vertrackte Fol­ge: Bakterien wehren sich mit vermehrter Resistenz.
  • Ein Trio reicht: Für einen hygienischen und sauberen Hausputz sind keine Spezialmittel nötig. Ein simples Reinigungsmittel sorgt schon über die enthaltenden Tenside für ausreichende Hygiene. Drei Standardmittel reichen als Reinigungs-Combo völlig aus: Allzweck- oder Neutralreiniger vertreiben den Schmutz von Fußböden sowie den meisten Oberflächen. Zitronensäure und Essig beseitigen Kalk­ablagerungen und Harnstein. Scheuerpulver oder Scheuermilch ent­fernen hartnäckige oder verkrustete Verschmutzungen. Fenster wer­den mit einem Neutralreiniger und dem Fensterleder wieder streifen­frei sauber.
  • Simple, aber effektive Keimkiller: Wöchentliches Waschen bei 60 Grad und regelmäßiges Erneuern von Spüllappen, Schwämmen und Handtüchern hilft ebenfalls, die Ausbreitung von Bakterien erfolg­reich zu verhindern. Der gleiche Effekt wird erzielt, wenn Hände nach jedem Besuch der Toilette und nach dem Kontakt mit Tieren oder erkrankten Menschen gründlich gewaschen sowie Türen und Türklinken regelmäßig gesäubert werden.
  • Geheime Sammelpunkte bekämpfen: Lagerort Kühlschrank oder Abfalleimer – gerade dort, wo sich viele Bakterien sammeln, wird die Hygiene mitunter etwas außer Acht gelassen. Nicht nur beim Früh­jahrsputz, sondern in regelmäßigen Abständen sollte dem Kühl­schrank mit Allzweckreiniger zu Leibe gerückt werden. Alte Speise­reste wandern am besten in die Mülltonne, bevor sie zu schimmeln beginnen. Apropos Abfall: Auch häufiges Entleeren und Reinigen von Abfallbehältern lässt ein Keim-Biotop in deren anfälligen Zonen erst gar nicht entstehen. Eine geringe Luftfeuchtigkeit in Küche, Bad und WC hemmt ebenfalls das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Mindestens zweimaliges Lüften täglich sorgt für eine ideale Luft­feuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent.

Wer den Frühjahrsputz dazu nutzen möchte, nicht nur Ecken, Keller und Dachböden, sondern auch den Putzschrank mal so richtig auszumisten, erhält Tipps zum Umgang mit Schadstoffen im Haushalt kostenlos bei den Umweltberatern in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucher­zentrale NRW. Adressen und Sprechzeiten im Internet unter
www.vz-nrw.de/umweltberatung.