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Vortrag Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany im Xantener Rathaus

I.S.A.R. (International Search-and-Rescue) Germany ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Rettungsspezialisten aus verschiedenen Feuerwehren und Hilfsorganisationen in der Bundesrepublik mit Sitz in Duisburg und einigen Mitgliedern aus Wesel und Kleve.
Aufgabe von I.S.A.R. Germany ist — wie es im Namen zum Ausdruck kommt — die Suche und Rettung von Personen, die z. B. nach einem Erdbeben oder Einsturz von Gebäuden verschüttet worden sind. Dazu kommen sowohl speziell ausgebildete Hundeführer mit ihren Hunden zum Einsatz wie auch technisches Gerät von der Videokamera zur Untersuchung von Hohlräumen bis zur Betonsäge oder hydraulischem Bergungsgerät.
Neben dem bundeseigenen Technischen Hilfswerk (THW) ist I.S.A.R. die einzige Organisation in Deutschland, die Mitglied bei INSARAG, der einschlägigen Unterorganisation der Vereinten Nationen (UN), ist. Kürzlich wurde I.S.A.R. Germany als erste Hilfsorganisation weltweit durch INSARAG als „medium“-Team zertifiziert. Internationale Einsatzerfahrung z. B. nach dem Tsunami in Thailand, Erdbeben in Pakistan, Peru, Indonesien, Haiti und an anderen Orten liegt vor.
I.S.A.R. Germany besteht in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins und finanziert sich ausschließlich über Spenden und Sponsoring. Alle Mitglieder sind ehrenamtlich tätig. Dies trifft auch auf die Einsätze in Katastrophengebieten weltweit und sämtliche Verwaltungsarbeit zu.

Um technische Ausrüstung und Flüge in die Katastrophengebiete finanzieren zu können, sind wir nach jedem Einsatz erneut dringend auf Spendengelder angewiesen. Der Transport von z. B. 6 t schwerer technischer Ausrüstung per Flugzeug ist teuer. Unsere jährlichen Unkosten belaufen sich auf ca. 100.000,- Euro im Jahr.
In der Zeit vom 15.01.-23.01.2010 entsendete I.S.A.R. Germany ein Search-and-Rescue- und ein medizinisches Team in die vom Erdbeben betroffene Region Port-au-Prince in Haiti. Das Search-and-Rescue-Team hat vor allem in der Region Carrefour nach verschütteten Menschen gesucht. Trotz des Einsatzes von Rettungshunden und modernster Ortungstechnik konnten keine lebenden Menschen mehr gefunden werden. Dies war zwar „frustrierend“, zeigte aber die dramatischen Folgen des Erdbebens, das für zehntausende Menschen den Tod gebracht hat. Die Überlebenschancen in den teilweise massiv zerstörten Gebäuden waren nur gering.

Besonders erfolgreich war jedoch der Einsatz unseres medizinischen Teams. Gemeinsam mit belgischen und niederländischen Kollegen wurden rund 700 Erdbebenopfer medizinisch betreut. Dabei waren unsere Mediziner mit schwersten Verletzungen konfrontiert, von Knochenbrüchen über Amputationen bis hin zu Schädel-Hirn-Traumen, infizierten Wunden und Superinfektionen.
Am 01.07.2010 werden die Vorstandsmitglieder Mark Rösen, Michael Lesmeister und Dr. Daniela Lesmeister anwesend sein.