• Regionales

  • 1

Lebensmittelverschwendung - Nein danke! Foodsharing startet in Xanten

Freuen sich auf viel Unterstützung: Die Foodsaver Stephan Neumann, Luise Steinhoff,  Foodsharing-Botschafterin Anna Steinhoff, Lorena Hermanns und Timo Neumeyer (v.l.)Xanten. Das ist Ihnen sicher auch schon mal passiert – Zuviel Lebensmittel im Schrank oder mal wieder für ne Fussballmannschaft gekocht, der halbe Kuchen der Geburtstagsfeier ist übrigeblieben,  für den Mülleimer viel zu schade und nun weiß man nicht, wohin mit dem Überschuß.. Das kann sich jetzt ändern.  Die Niederrheinzeitung hat sich mit dem Gründungsteam getroffen und begleitet das Projekt exklusiv.
Am 1. Juni 2015 startete die Foodsharinggruppe Xanten. Ideengeberin Anna Steinhoff störte es schon lange, wie verschwenderisch mit Lebensmitteln umgegangen wird. „Das kann man besser machen“ , sagt sie und suchte nach einer sinnvollen Möglichkeit. Sie beschäftigte sich mit der Organisation Foodsharing und entschied dann, das Konzept als Botschafterin auch nach Xanten zu bringen.

Viele Treffen, und Telefonate folgten dann und letztendlich ging es im Juni los. Unterstützt wird sie von den vier weiteren Gründungsmitgliedern Stephan Neumann, Luise Steinhoff, Lorena Hermanns und Timo Neumeyer, alle kommen aus Xanten. Sie alle sind Foodsaver. Foodsaver teilen nicht nur ihre Lebensmittel, sondern retten sie auch, sprich übernehmen organisatorische Aufgaben, wie Abholung bei Märkten, Lagerung und gegebenenfalls Verteilung. Alle Beteiligten machen ihre Aufgabe ehrenamtlich, die Logistic ist einzig und allein auf die Privatfahrzeuge beschränkt.

Was ist Foodsharing überhaupt? Vereinfacht erklärt bedeutet es Weitergabe und Tauschen von Lebensmitteln, die noch gut essbar sind. Das Motto lautet dafür: "Teile Lebensmittel, statt sie wegzuwerfen."  Für Privatbürger und für Händler, die nicht verkaufbare Lebensmittel und Kosmetika nicht wegwerfen möchten, stellt das eine tolle Lösung dar. Ein großer Beitrag im Dienst der Umwelt, denn die Müllberge verkleinern sich und dadurch auch für jeden die Müllkosten.

Auf die Sinne kommt es an
„Ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) spielt dabei keine Rolle“, erklärt Timo. „Vielmehr muss man wieder ein Gefühl für Lebensmittel bekommen, mehr Geschmacksverständnis entwickeln. Schließlich kann man durchaus schmecken, ob eine Milch oder ein Joghurt noch ok und essbar ist. Dafür bedarf es kein MHD.“ Auf die Sinne kommt es also an. Das haben wir Menschen anscheinend verlernt, es gibt ja ein aufgedrucktes Datum. Ein Entwicklunsprozeß also – Umdenken ist angesagt.
Auf der Plattform foodsharing.de können sich private Nutzer anmelden und sogenannte Essenskörbe einstellen, das sind dann die Lebensmittel, die selbst nicht mehr verbraucht werden können, aber noch gut essbar sind. Ausnahmen sind rohes Fleisch und mit Rohmilch und Rohei frisch zubereitete Speisen, Salate, Kuchen und frische Lebensmittel sollen nur gekühlt übergeben werden, Geteilt werden darf ansonsten alles, was man selbst auch noch essen würde. Wer sich für den "Essenskorb" interessiert, meldet sich einfach  beim spendenden Foodsharing-Mitglied.

Foodsharing nützt allen
Natürlich ist dieses Konzept nicht nur für „privaten Tausch“ gedacht, sondern hier denkt man vor allem auch an die Lebensmittelmärkte, die in naher Zukunft von der Gruppe angesprochen werden. Allerdings können auch Händler, denen das Foodsharingkonzept gefällt, auch einfach auf die Gruppe zugehen, wenn etwas nicht mehr verkaufbar ist, sei es durch MHD-Ablauf, durch oder durch Verpackungsschaden und dort eine sogenannte Abholung anfragen. .Auch Landwirte können gerne „nicht normgerechte“ Ware, wie krumme Gurken oder zu kleine Kartoffeln oder ähnliches zur Verfügung stellen. Auch Restaurants dürfen sich angesprochen fühlen. Erreichbar ist Foodsharing-Botschafterin Anna Steinhoff unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder auf er Facebook-Seite der Gruppe Xanten
Jede Abholung wird geregelt über das Portal foodsharing.de. Transparenz wird groß geschrieben. Auch das Sortieren übernimmt die Gruppe. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe, die ein Händler nicht mehr übernehmen muss.

„Wir wollen keine Konkurrenz zur Tafel werden“, betont Anna Steinhoff. „Wir versuchen zu retten, was zu retten ist“ und verweist hierbei auf den Film Tasteaway. „Am schönsten wäre noch ein zentraler Raum, der Lager- und/oder Kühlmöglichkeit bietet, bestenfalls in Xanten“. Allerdings muss dieser zu bestimmten Zeiten für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein. Das würde unser Konzept perfekt machen."

Anmelden kann sich jeder, der die Idee befürwortet auf foodsharing.de. Infos aus der Gruppe Xanten gibt’s auf Facebook.  Gesucht werden wetere Foodsaver, um das Netzwerk optimal gestalten zu können.

Wer das Team als Foodsaver, Händler oder Spender unterstützen möchte, kann sich mit Anna Steinhoff Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder über die Facebookseite in Verbindung setzen.