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Enttäuschte Fans und Gäste

Eine im Nachhinein enttäuschte BelegschaftXanten. Ein schönes Sommerfest sollte es am gestrigen Sonntag auf dem Parkplatz des Xantener Rewe-Marktes werden, mit Hüpfburg, Bullriding  Livemusik.  Doch schnell wurde die bis dahin tolle Stimmung für runde 200 bis 250 Gäste getrübt. Denn um ca. 15.15 Uhr traf ein Mitarbeiter des zuständigen Ordnungsamt-Notdienstes ein, augenscheinlich hatte sich ein Anwohner über die laute Musik beschwert. Dafür zeigten die anwesenden Gäste des Events im Gewerbegebiet wenig Verständnis, zeigten lange Gesichter und waren, teilweise aus Herten gekommen, sehr enttäuscht.

Gleichwohl wurde Rainer Groß, stellvertretender Bürgermeister angerufen, der dann persönlich nach dem Rechten sah, auch Verständnis zeigte, aber nichts entscheiden konnte, da er nicht offiziell im Dienst war.  Also schilderte man die Situation telefonisch Bürgermeister Thomas Görtz, der nicht persönlich kommen wollte, soll wenig Verständnis gezeigt haben,   die Veranstaltung nicht abgebrochen hat, allerdings erwartete, dass die Musik entsprechend in der Lautstärke gemindert wird, max. 70db . Dies stellte er auch in seinem Statement auf Facebook klar.

In Flüsterlautstärke allerdings können auch Künstler nicht wirklich präsentieren, das weiß jeder, auch das Ordnungsamt, die Bühnenauftritte wurden somit gecancelt. Und so nahm alles einen unglücklichen Verlauf. Zwei von fünf Künstlern konnten auftreten, alle anderen fuhren unverrichteter Dinge wieder, auch zum Leidwesen eines Fanclubs, der eigens deswegen angereist war. Auch hörte man den Unmut von Gästen aus Nettetal: „ Das ist wieder ein Grund, nicht nach Xanten zu ziehen, das hatten wir mal vor.“ Auch der Chef der Eventfirma war von den Socken: "Wir treten in vielen Städten auf, aber sowas ist uns noch nie passiert," und zeigte sich not amused über die Verhaltensweise der Stadt Xanten.

Angemeldet war die Veranstaltung rechtzeitig, in einem Telefonat mit dem Ordnungsamt vor einigen Monaten will der der zuständige Rewe-Marktleiter in aller Ausführlichkeit sein Vorhaben erzählt haben und hat um entsprechende Genehmigung gebeten. Dass es das Telefonat gab, wird auch seitens des Ordnungsamt nicht bestritten. Per Email reichte er auf Hinweis des Amtes im Juli den Antrag schriftlich nach, worauf ihm lediglich eine Schankgenehmigung ausgestellt wurde. Im Stress der Vorbereitung hat in der Email vermutlich die angekündigte Musik gefehlt. Der Marktleiter ist aber aufgrund des vorher geführten Telefonates davon ausgegangen, dass der Sachverhalt klar ist - weit gefehlt.

„Irgendwie fühle ich mich verschaukelt“ so der Marktleiter, „Ich mache das mit einer Veranstaltung zum ersten Mal und man hätte wissens der Situation und des Vorhabens mir ein wenig mit Rat und Tat wie so eine Genehmigung aussehen soll, seitens des Ordnungsamtes zur Seite stehen können, damit die richtige Genehmigung ausgestellt wird.“ „Schließlich habe ich vorher mein Vorhaben genau geschildert. Nun bleibe ich auf einer 5-stelligen Summe sitzen für Gagen und dem dazugehörigen Paket und den Kosten für Wareneinkäufe. Ganz zu schweigen von den entgangenen Einnahmen.“