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Fahrräder für Flüchtlinge. Arbeitskreis Asyl hilft

Neu angekommene Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak (3+4+6+9), die Flüchtlingsberaterin Heike Pullich (7), Guido Angenendt (8) und Fahrradreparateure (1,2 und 5) vor der provisorischen Fahrradwerkstatt in XantenXanten. Die Aufgabenfelder des Arbeitskreises Asyl haben sich in den letzten Monaten kräftig erweitert: Neben der Gewinnung von Sprachpaten, die Gestaltung der Außenanlagen an den Sammelunterkünften, der Kontakt zu den örtlichen Vereinen, Kirchen und Parteien, die Begleitung der städtischen Baumaßnahmen im Blick auf die zu erwartenden Flüchtlinge, die Öffentlichkeitsarbeit, die Werbung für zusätzliche professionelle Flüchtlingsberatung sowie die Bewältigung der erfreulich großen Hilfsbereitschaft der Xantener Bevölkerung musste schließlich auch die Ausstattung der neuankommenden Flüchtlinge mit Fahrrädern vorrangiges Ziel werden.

„Dies entsprach“, so die Flüchtlingsberaterin Heike Pullich, „ dem immer wieder geäußerten Wunsch der Flüchtlinge, gerade weil sie dezentral untergebracht wurden, mobil zu werden.“ Konkret hieß dies, Fahrräder zu beschaffen, damit notwendige Einkäufe, Fahrten zu den Ämtern aber auch private Kontakte besser gemeistert werden können. Fahrräder mussten gesammelt, gesichtet und repariert werden. „Unser 1000-Euro-Hilfsangebot des SPD-Ortvereins an den Arbeitskreis Asyl, passendes Werkzeug zu finanzieren und bei anfallenden Reparaturen finanziell behilflich zu sein kam zur rechten Zeit“, stellte Guido Angenendt, Vorsitzender des Xantener Ortsvereins fest.

Ein Aufruf in den örtlichen Presse Fahrräder für Erwachsene und Kinder zu spenden und bei deren Reparaturen mitzuhelfen fand ein großes Echo. Drei Sammelaktionen erbrachten rund 50 Fahrräder, eine vierte ist in der Planung, fünf Männer erklärten sich bereit, die Fahrräder wieder funktionstüchtig zu machen, soweit überhaupt notwendig. Siegfried Cebulla aus Vynen stellte spontan seine Werkstatt für Reparaturen zur Verfügung und packte an. Vorläufiger Aufbewahrungsort und Reparaturwerkstatt im Stadtzentrum wurde die ehemalige Flüchtlingsunterkunft an der Carl-Cuno Straße. Dort fand auch vor wenigen Tagen die erste improvisierte Reparaturaktion statt. Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak konnten instandgesetzte Fahrräder mit neuer Lichtanlage und Fahrrad-Zahlenschloss gegen eine Fahrradspende von 10 Euro erwerben. Auf diese Vorgehensweise haben sich die an der Fahrradwerkstatt Beteiligten geeinigt.

„Für weitere Anschaffungskosten wird der Arbeitskreis Asyl aufkommen, entsprechende Spenden machen dies möglich“ vermerkte mit Genugtuung Dr.Wolfgang Schneider, Sprecher des Arbeitskreises. Und weiter: „ Da das Gebäude an der Carl-Cuno Straße als Flüchtlingsunterkunft in Kürze wiederhergestellt wird, steht ein Umzug in ein Mehrfamilienhaus an der Johannes-Janssen Straße, direkt an der Bahnlinie gelegen, unmittelbar bevor. Dort wird dann neben Vynen eine zweite Werkstatt eingerichtet. Regelmäßige Reparaturtermine und Ausgabetermine für die Flüchtlinge werden in der Presse bekanntgegeben. Über diese Entwicklung sind wir sehr froh!“ Der Arbeitskreis benötigt auch weiterhin gut erhaltene Fahrräder: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!