• Regionales

  • 1

Fahrräder im Dienst der guten Sache

Moers. Nachdem die Tuwas Genossenschaft eG erst Anfang April ein Repair-Café eröffnet hat, startet jetzt bereits wieder ein neues Projekt: Künftig dreht sich jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat im Tuwas-Sozialkaufhaus, Kronprinzenstraße 55 in Moers-Asberg alles um das Thema Fahrrad. Gebrauchte Räder, die von Fachkräften geprüft oder in Ordnung gebracht wurden, werden günstig verkauft. Darüberhinaus gibt es Beratung für alle, die ein Fahrrad besitzen, und dazu Fragen haben. Sie können auch mit kaputten Drahteseln vorbeikommen und sie unter Anleitung und mit Hilfe reparieren. Die Beratung und Reparaturanleitungen sind kostenlos. Nur die Ersatzteile müssen selbst mitgebracht werden oder werden in Rechnung gestellt. Geöffnet sind Verkauf und Beratung zwischen 10 und 18 Uhr.

„Die Räder werden unter 100 Euro kosten, einige zwischen 20 und 40 Euro“, sagt Horst Manja, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft. „So sind sie erschwinglich für Menschen mit kleinem Geldbeutel.“ Das entspricht dem einen Ziel der sozialen Genossenschaft: Angebote für diejenigen zur Verfügung stellen, die nur über geringes Einkommen verfügen. Das zweite Ziel ist, Frauen und Männer in Langzeitarbeitslosigkeit auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. So sind im Fahrradprojekt zwei Männer tätig, die die Kompetenzen aus ihrem bisherigen Arbeitsleben um das Wissen von fachgerechten Fahrradreparaturen erweitert haben. Gelernt haben sie diese Fertigkeiten von Jürgen Bäcker, der im Auftrag der Tuwas das Fahrradprojekt koordiniert. Jürgen Bäcker war vorher beim Arbeitslosenzentrum (Malz) in Moers für die Reparatur von Fahrrädern tätig.

Für das Projekt konnte Manja auf die guten Kontakte zurückgreifen, die er bereits für eine andere Aktion geknüpft hatte. Vor eineinhalb Jahren war eine Fahrradsammelaktion für eine Fahrradwerkstatt eines rumänischen Waisenhauses überaus erfolgreich verlaufen. Bereits damals halfen Malz, wie auch die Eingliederungswerkstatt e.V. in Krefeld, die sich auch diesmal beteiligt hat.

Ein besonderes Leckerli wird es am ersten Verkaufstag, 14. 4. 2016 geben: Die Eingliederungswerkstatt e.V. in Krefeld spendete zwei nagelneue Fahrräder, einen Kinderroller sowie ein Kinderrädchen. „Natürlich werden wir sie nicht so preisgünstig verkaufen wie die gebrauchten Räder, aber über den höheren Betrag finanzieren wir den Kauf von Ersatzteilen und damit das Projekt mit“, sagt Manja. Die gebrauchten Räder stammen aus Haushaltsauflösungen, Entrümpelungen oder wurden gespendet. „Allen, die sich beteiligt haben für die gute Sache, möchte ich herzlich danken“, sagt Horst Manja.