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Leserbrief - Krematorium: Ja bitte

Der wissenschaftlich klingende und nüchtern dargestellte Leserbrief einer Ärztin wendet sich im Grunde gegen eine neue ökologischere und ökonomischere Bestattungskultur. Eine teure Erdbestattung hat mindestens dieselben Umweltunverträglichkeiten wie eine günstigere Feuerbestattung. Dasselbe „Gift“, gelangt nur unsichtbar unter die Erdkruste. Es wird sukzessive das Grundwasser mikrobiologisch verseuchen.
Waren es vor zehn Jahren im Verhältnis noch sieben Erdbestattungen gegenüber drei Feuerbestattungen, so hat sich dies Verhältnis genau umgedreht. U.a. weil sich immer mehr Menschen –auch aus Kostengründen- für eine Feuerbestattung aussprechen. Auch auf den normalen Friedhöfen finden sich mittlerweile viele Urnen, von eingeäscherten toten Angehörigen. Wir leben in einer Kultur in dem zunehmend prekäre Arbeitsverhältnisse, kostengünstigere Bestattungskulturen erzwingen. Zudem hat selbst im christlichen Glauben die Leichenverbrennung päpstlichen Segen.

Eine Urne ist auch im fortlaufenden Unterhalt wesentlich günstiger als eine Grabpflege. In verschiedenen Ländern in der BRD dürfen Urnen bereits zuhause aufbewahrt werden. Auch Kunst-Diamanten aus einem Ascheanteil Verstorbener gibt es. Sie kosten aber fast so viel wie eine Erdbestattung. In Bremen darf die Asche Verstorbener auf dem eigenen Grundstück verstreut werden (Infos über WDR-Radio; siehe auch im Internet)
Die Drohung, in Nachbarschaft eines Krematoriums, jedem zu empfehlen, umzuziehen, verstehe ich als persönliche Aussage, von einem Menschen, der kraft seiner beruflichen Kompetenz aus ideologischen Gründen oder persönlicher Antipathie kein Krematorium in seiner Nähe haben möchte. Es klingt eher wie das St. Florians-Prinzip, nur nicht als Bitte sondern als Drohung.

Wenn der Betreiber eines Krematoriums seriös arbeitet, alle Umweltauflagen sowie nachbarschaftliche Rahmenbedingungen erfüllt, vielleicht auch noch spezielle Wünsche der Gemeinde berücksichtigt, spricht nichts dagegen, wenn sich Xanten um diese neue Institution erweitert.
Die Seriösität der Nutzer ist hier garantiert nicht in Frage gestellt so wie bei Kunden eines Kraftfahrerschnellrestaurant, wie Mc.Donalds, die ihre Fastfood-Verpackung in die Landschaft pfeffern. Die Informationspolitik der Stadt hat den Bürger anfänglich übergangen, was sich nun rächt. Die Kritik an der Informations-Methode sollte der Sache selbst aber nicht im Wege stehen.

Eberhard Ritter