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VVV stellt Kunstwerke aus 4 Jahrhunderten aus

Die Werke von Künstlern aus vier Jahrhunderten, die in Hinsbeck geboren sind, dort leben oder gelebt haben, werden ab kommenden Samstag, 24. April, in der Biologischen Station Krickenbecker Seen, Krickenbecker Alle 36 in Nettetal-Hinsbeck gezeigt.
Mit der Ausstellung möchte der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Hinsbeck anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Stadt Nettetal die lange Tradition Hinsbecks als „Künstlerdorf“ hervorheben. Die Ausstellung wird um 15 Uhr von Bürgermeister Christian Wagner eröffnet.

Im Jahre 2008 bildete die Stadt Nettetal eine Kommission zur Planung von Veranstaltungen im Rahmen der Feiern zum 40-jährigen Bestehen der Stadt Nettetal, die sich die Bezeichnung „Nettetal ist mehr …“ gab. Vom VVV Hinsbeck wurde das Vorstandsmitglied Heinz Koch in diese Kommission entsandt.
Jeder Stadtteil sollte eine für ihn typische Veranstaltung in den Jahren 2009 und 2010 durchführen. „Für Hinsbeck waren diese typischen Merkmale eines Stadtteils schnell gefunden: Geschichte und Kunst“, so Koch. Auf dieser Basis entwickelte er zwei entsprechende Veranstaltungen: Im Herbst 2009 führte man zunächst einen „Tag des offenen Denkmals“ durch, bei dem über die Geschichte von 24 Hinsbecker Gebäuden und deren Bewohner berichtet wurde.

Als zweite Veranstaltung findet nun im Frühjahr eine Vorstellung Hinsbecker Künstler statt unter dem Titel „Das Künstlerdorf Hinsbeck - früher und heute“ statt. Hierbei werden Kunstwerke von 24 Hinsbecker Künstlern aus einem Zeitrahmen von über 400 Jahren vorgestellt.
Heinz Koch: „In Hinsbeck wohnen neben den hier vorgestellten Künstlern auch zahlreiche Hobbykünstler, die ebenfalls gute Arbeiten vorzeigen können“. Daher musste vorab eine Auswahl erfolgen. Als Auswahlkriterien wurde eine künstlerische Ausbildung des Künstlers oder die Mitgliedschaft in einer künstlerischen Vereinigung festgelegt.

Bereits in früheren Jahren sind mehrere künstlerisch Tätige aus Hinsbeck bekannt. Der erste bekannte Hinsbecker Künstler war Hubert Goltz, der vom Goltzhof im Hombergen stammt und um 1500 in Venlo als Maler tätig war. Er war im Übrigen der Urgroßvater des weltbekannten, in Bracht geborenen Hendrik Goltzius.
Als Vertreter des 19. Jahrhunderts sind Bilder des in Hinsbeck geborenen Wilhelm Glasmachers zu sehen, der auch für seine Wandgemälde in Hinsbecker Gaststätten bekannt ist. Für den Beginn des 20. Jahrhunderts stehen Bilder von Johann Omloy.

Eine künstlerische Steigerung erlebte Hinsbeck in den 1930er Jahren. Damals zogen sich mehrere etablierte Düsseldorfer Künstler nach Hinsbeck zurück, um dem Druck des NS-Regimes zu entgehen.
Die meisten fanden im Ortsteil Hombergen ihren neuen Lebensmittelpunkt, wo sie in der ländlichen Ruhe und Abgeschiedenheit, umgeben von Landschaft und Natur, zu neuen Ideen und neuem Wirken fanden.
Zu diesem Künstlerkreis gehörten Heinz Tappeser, Jupp Rübsam, Hans und Liselotte Füsser, Harry Dolch und Jochen Wendt. Diese „Künstlergruppe Hombergen“, zu der auch die in der näheren Umgebung wohnenden Künstler Jupp Dors, Paul Heimen, Reinhard Schreckenberg und Johannes Schmitz fanden, machte Hinsbeck auch überregional bekannt und so erhielt Hinsbeck den Ehrennamen „Das Worpswede des Niederrheins“. Außerhalb dieser Künstlergruppe waren in dieser Zeit noch Jakob Lückertz, Johannes Beeck, Heinz Stenmans und Willi Faahsen (Fotografien) künstlerisch tätig.

Zur „neueren“ Generation Hinsbecker Künstler, die bei dieser Ausstellung gezeigt werden, zählen Florentine Plettscher, Heinz Lanser, Loni Kreuder, Peter Rübsam, Benno Schmitz, Manfred Mangold und Marcus Faahsen. Sie alle zeigen Auszüge ihrer Arbeiten.
„Durch diese zusammenfassende Ausstellung verschiedenster künstlerischer Arbeiten (Malerei, Bildhauerei und Fotografien) im Verlauf von über 400 Jahren wird das gesamte Spektrum künstlerischer Tätigkeit und deren Veränderung gezeigt, beginnend zum Beispiel bei der Malerei mit der Darstellung christlicher Motive in dunkel gehaltenen Bildern über die leichteren, helleren Motive aus der Natur bis zu heutigen farbintensiven, abstrakten Bildern“, freut sich Ausstellungsorganisator Koch.

Die Ausstellung wird in der Biologischen Station Krickenbecker Seen gezeigt und kann jeweils mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden. Die Ausstellung wird von Samstag, 24. April, 15 Uhr bis Pfingstmontag, 24. Mai, gezeigt.
Der Eintritt ins Infozentrum und in die Ausstellung ist frei.